Donnerstag, 1. November 2018

Monatscollage Oktober



Goldener Oktober. Die ersten Wochen hat es wunderbar geklappt. Die Sonne schien, es war noch immer spätsommerlich warm und die Erde war staubtrocken. Trotzdem fanden wir bei einem Spaziergang an der Dahme in Ufernähe einen Steinpilz und einen Birkenpilz, beide ohne Maden. Dafür hat es mit dem Angeln nicht so gut geklappt - kein Fischlein wollte beißen. Aber die Sonnenuntergänge haben es wettgemacht.
Seit hier Ferien sind, hüte ich den Hof der Kinder - die Gänse, die Hühner, die Katzen, die Blumen und die Vögel. Es hat ein bisschen geregnet und das brachte mir eine schöne große Krause Glucke.
Zwischendurch fahre ich immer mal nach Hause, um dort nach dem Rechten zu sehen, die Balkonpflanzen zu gießen und auch um diese Collage zu basten, denn mein Laptop im Altenteil ist leider an Altersschwäche gestorben.

Und wir waren im Oktober mit einem Freund für ein verlängertes Wochenende in Kraukau. Eine wunderschöne Stadt. Leider kam mir dort meine neue Kamera nebst neuem Objektiv abhanden:
Wir fuhren abends mit einem Taxi ins Hotel. Fahre ich in einem Taxi, lasse ich die Henkel von allen Taschen immer über meinem Arm, um beim Aussteigen nicht erst lange herumhantieren zu müssen. Das nur vorneweg. Wir fuhren also durch die schön erleuchtete Stadt, die noch immer so voller Menschen war wie am Tage. An einer Kreuzung gab der Fahrer plötzlich erst heftig Gas, um dann sofort ebenso heftig zu bremsen und gleich darauf auf uns einzuplaudern. Bei dieser Bremsaktion muss die Kamera unbemerkt in den Fußraum gekullert sein. Am Hotel angekommen, bemerkte ich, dass unserem Freund, der neben mir gesessen hatte und schon ausgestiegen war, alles aus der Jackentasche herausgefallen war. Ich griff es mir und muss dabei den Henkel der Kamera abgestreift haben. Im festen Glauben, ja beide Henkel über dem Arm zu haben, bin ich ausgestiegen. Dass die schwarze Kameratasche nicht mehr auf meinem ebenfalls schwarzen Kleid gelegen hatte, war mir im Dunkeln nicht aufgefallen, zumal ich leicht verwirrt war, da ich mich wunderte, wie all die Sachen unseres Freundes aus seiner Tasche fallen konnten. Das hätte mich stutzig machen sollen. Hat es aber nicht. Erst als ich im Hotelfoyer die Keycard aus der Kameratasche holen wollte, bemerkte ich, dass die Kamera weg war.
Das Hotelpersonal hat einen ganzen Tag lang versucht, meine Kamera wiederzufinden. Sie haben den Fahrer ausfindig gemacht, haben mit der Firma gesprochen und einen Suchauftrag ausgelöst, aber leider nix.
Als ich meiner weit entfernt lebenden Schwester von meinem Verlust erzählte, meine sie nur lakonisch, diese heftigen Bremsaktionen seien bei ihnen ein gängiger Trick, um ungestraft an Sachen der Fahrgäste heranzukommen. Wer kann nachweisen, dass es der Fahrer hat? Ebenso gut kann es irgendein anderer Fahrgast genommen haben.
Nun will ich hier nicht das gängige Klischee bedienen, in Polen würde ständig und alles geklaut. Ich war schon sehr oft in Polen und nie ist etwas abhanden gekommen. Einmal haben wir ein vollgepacktes Auto unabgeschlossen für Stunden auf einem abgelegenen Parkplatz herumstehen lassen und nichts war weg. Ein anderes Mal hatte der Gatte seine Jacke mit Brieftasche und allen Kreditkarten in einem Café hängen lassen. Als wir das bemerkten, nach etlicher Zeit, und zurückfuhren, wurde uns die Jacke mit allem Inhalt übergeben. Also alles ganz normal.
Ich will auch nicht den Fahrer beschuldigen. Vielleicht hatte er ja wirklich nur gehofft, bei Gelb noch über die Kreuzung zu kommen, und sein Plauderanfall war eine hilflose Form der Entschuldigung für diese Aktion. Vielleicht hat meine Kamera jetzt irgendein Fahrgast, der nicht einmal Pole sein muss.
Warum erzähle ich die Geschichte hier so ausführlich? Weil es überall schwarze Schafe geben kann und der Trick mit der Bremsaktion sicher in allen Ländern bekannt ist. Ihr kennt ihn vielleicht schon. Ich kannte ihn bisher nicht. Wenn also wieder einmal ein Taxi heftig bremst, werde ich mich  nicht vom Gerede des Fahrers ablenken lassen, sondern erst einmal kontrollieren, ob noch alles an seinem Platz ist.

Mit der Kamera sind leider auch alle Bilder aus der wunderbaren Stadt Krakau abhanden gekommen und die Collage ist darum ein wenig blumenlastig. Aber was soll's. Man muss nehmen, was man hat.

Ein Blick auf die Uhr. Oh Schreck. Die Hühner werden schon alle hungrig am Zaun stehen und die Gänse wollen  auch bis zum Sonnenuntergang im Stall sein. Noch schnell die Collage zur Birgitt geschickt. Dann aber los.
Euch allen einen gemütlichen November mit Kerzenschein und den ersten Adventsbasteleien
Lieben Gruß
Katala