Donnerstag, 8. Februar 2018

Stadt - Land: Verkehr


Astrid hat mich drauf gebracht, dass Susanne vom Blog "Mamimade" in diesem Jahr ein bisschen zwischen Stadt und Land vermitteln möchte und darum jeden Monat ein Thema vorgibt, damit wir mehr darüber erfahren, wie das Leben bei den anderen so ist. Da ich dieses Projekt sehr spannend finde, mache ich mit.

Seit etlichen Jahren lebe ich auf dem Lande, inmitten von Wäldern und Seen in einer kleinen Ortschaft im Speckgürtel von Berlin. Die meiste Zeit meines Lebens wohnte ich in der Großstadt, doch irgendwann wollte ich, wie in meiner Kindheit, wieder einen Garten haben - so bin ich hier gelandet.
Wie viele Familien hier haben wir zwei Autos, da des Gatten und mein Tagesablauf meist sehr unterschiedlich sind.


Ohne Auto wäre ich hier aufgeschmissen. Innerhalb des Ortes könnte ich alles zu Fuß erreichen. Aber es gibt nichts innerhalb dieses Ortes, wo  ich hin müsste. Der nächste Laden ist etwa 45 Minuten Fußweg entfernt.  Mit dem Fahrrad wäre es ca. eine Viertelstunde. Da ich aber nie richtig das Fahrradfahren gelernt habe und mich mit dem Rad auf den großen Straßen unsicher fühle, ist das für mich keine Option. Ob ich auch mit dem Bus einkaufen fahren könnte, habe ich noch nicht herausgefunden. Ich habe es aber auch gar nicht groß versucht, so selten, wie ein Bus hier hält. Da ich nicht zu den organisierten Wochengroßeinkäufern gehöre, bin ich also mehrmals die Woche mit dem Auto unterwegs, nur um einzukaufen.

Zur Arbeit fuhr ich auch täglich mit dem Auto. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich doppelt so lange gebraucht, mit einem Umweg über Berlin.


Die Anbindung an Berlin allerdings ist sehr gut. Speckgürtel halt. Alle Stunden fährt ein Zug die ganze Nacht hindurch. In einer halben Stunde ist man in Berlin am Ostkreuz. Mit dem Auto ist das nicht zu schaffen. Will ich nach Berlin, nehme ich also meist den Zug. Ich kann gemütlich aus dem Fenster schauen, alberne Fotos machen oder die Menschen beobachten. Es gibt keine Staus und vor allem nicht die nervige Parkplatzsuche, zumal ich, seit ich auf dem Lande lebe, das Einparken in die winzigen Lücken verlernt habe. Allerdings muss ich erst einmal zum Bahnhof im nächsten Ort und dafür nehme ich dann wieder das Auto.


Will ich ins Altenteil, also zu den Kindern, dann wäre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bei einer optimalen Verbindung mit viermal Umsteigen zwischen Bus und Bahn nach knapp drei Stunden dort. Kommt man erst am Nachmittag los, muss man unterwegs übernachten. Erschwerend käme bei einer Fahrt mit den Öffentlichen zu den Kindern noch hinzu, dass es dort Rufbusse gibt, also Busse, die zu verkehrsarmen Zeiten und am Wochenende nur dann fahren, wenn man seinen Wunsch, diesen Bus zu benutzen, rechtzeitig telefonisch angemeldet hat. Der Gatte musste allerdings erfahren, dass eine Stunde vorher alles andre als rechtzeitig ist, zumindest am Wochenende. Zudem zahlt man für diesen Spaß einen Euro Komfortzuschlag. Da fährt man doch lieber gleich mit dem Auto, denn da braucht man von Haus zu Haus nur eine gute Stunde und weiß, dass man ankommt.
Hat man auf der Strecke jedoch eine Panne und das dann auch noch auf einer der nur wenig befahrenen Landstraßen und in der Nacht, dann hängt man fest und muss sich in Geduld üben. Aber das passierte in all den Jahren nur einmal.
Nun bin ich sehr gespannt, wie das bei Euch so ist mit den Autos und dem Verkehr.
Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Interessant, wie die Leute so leben. Ja auf dem Land ist man zumeist etwas gekniffen, wenn man auf die Öffies angewiesen ist. Schöne Landschaft bei Euch da draussen. Lieben Gruß, Eva

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  2. Hääää, jetzt mußte ich lachen, alberne Fotos machen....! :-)))

    Sooo schlimm finde ich das gar nicht, da, wo du wohnst ist es doch toll.
    Allerdings mit dem ÖPNV ist das wohl nicht so doll. Bei uns fährt alle 20 Minuten eine S-Bahn und auch wieder zurück.
    Da bin ich schon froh, deshalb fahre ich auch immer mit der Bahn nach Stuttgart.

    Mit dem Auto nach Stuttgart, ich nicht und es wird ja auch immer schwerer,zwecks Feinstaub und zu dieser Zeit kostet die Fahrkarte auch nur die Hälfe.

    Ich wohne gerne hier in meiner Wohnung. Habe zwar keinen Garten aber einen Balkon und wenn ich Garten will, gehe ich zum Schafnachbar.
    Für mich die beste Lösung.

    Lieben Gruß Eva

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  3. Also... mir gefällt die Landschaft sehr gut.
    Liebe Grüße
    Susa

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  4. ...dieses weite Land mit den vielen Seen dazwischen, liebe Katala,
    das ist so schön...und Keiner wird zweifeln, dass du da ein Auto brauchst...bei uns in der Kleinstadt ist es mit Einkaufsmöglichkeiten und Nahverkehr besser bestellt, aber ganz ohne Auto geht es auch nicht, das könnte ich gut in der Großstadt,

    liebe Grüße Birgitt

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  5. Ja, das ist überzeugend, dass du unter diesen Bedingungen aufs Auto angewiesen bist. Als ich noch zu den Eltern gefahren bin, wäre es mir so ergangen wie bei dir zu deinen Kindern. Da brauchte ich das Auto auch. Der Unterschied bei uns beiden: Ich wollte nicht mehr aufs Land wie in meiner Kindheit. Garten habe ich in der Innenstadt. Und den ganzen Rest dazu, allerdings inklusive Feinstaub.
    LG
    Astrid

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  6. Liebe Katala,
    Du wohnst doch wunderschön , umgeben von Seen und Wäldern, das ist herrlich! Ich bin auch ein Dorfkind durch und durch und könnte es in großen Städten nicht aushalten ...Es stimmt schon, daß man da ohne Auto aufgeschmissen ist, weil die Öffentlichen entweder nur ganz selten fahren, oder man stundenlang unterwegs zum Ziel ist ... mal sehen, wie sich das in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird ...
    ღ Ich wünsche Dir einen schönen Tag und einen guten Start in ein gemütliches Wochenende ღ
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  7. "es gibt nichts innerhalb dieses ortes"! nicht nur dieser satz könnte von mir geschrieben sein, denn genauso ist es hier in unserem dorf, nur dass man ohne auto per bus für 18 km in die stadt fast eine stunde braucht (es lebe deine bahnverbindung nach berlin!!). für die meisten landbewohner ist das auto schlichtweg überlebenswichtig.
    liebe grüße
    mano

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  8. Hallo Du Liebe,
    gestern kam Deine Karte bei mir an, die ist ja toll! Und liebe Grüße an die Tochter mit der tollen Idee, die muss ich merken und diesen Service auch mal nutzen.
    Wir sind hier auch abgeschieden, dreimal am Tag fährt der Bus ins eine Tal, etwas öfters in die beiden anderen Täler. Tja und heimkommen ist gar nicht so einfach, der letzte Bus fährt um 19.30h, wenn man Verkäuferin ist, ist das schon mal schlecht. Noch schlimmer sind die Verbindungen ins übernächste Dorf. Der Weg dorthin geht nämlich nur übers Tal, also 20 km runter und 20km weiter rechts wieder hoch...! Aber so ist das halt wo keine große Nachfrage, kein Angebot. Genauso ist das mti den Lebensmittel, wenn Du es überall bekommst, es hier aber nur zwei Leute wünschen ist es ganz schnell wieder aus dem Regal. Aber ich wohne hier trotzdem gern, das letzte Haus am Ortsrand, kann es was schöneres geben?
    LG zu Dir
    Manu

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  9. Ich bin ja ein besonders großer Fan des brandenburger Nichts. Aber so im Alltagsleben mit Kindern ist das bestimmt nicht immer sehr romantisch.
    Da bin ich verwöhnt mit dem städtischen Leben. Aber träumen kann man ja und Urlaub machen auch.
    Liebe Grüße

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  10. Das Bild mit dem See ist einfach wundervoll. Wir haben hier als Familie auch zwei Autos...aus beruflichen Gründen...und weil man selbst am Rande einer Stadt manchmal verkehrstechnisch recht abgeschnitten wohnen kann...dank immer neuer Einsparungen und Streckenkürzungen...;-). Dir ein schönes Wochenende. LG Lotta.

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  11. Das musz eine wundervolle Gegend sein (mein Schatz fragte gleich, wo - er ist Berliner) und dann noch jede h ein Zug, auch nachts - so sieht für mich das Paradies aus! Aber es ist schon schlimm, wenn all die kleinen Bahnhöfe, die es in der DDR gab, heute nicht mehr angefahren werden, wenn man aus den Orten direkt nicht verreisen kann, hier genauso, am Nahverkehr wirds eingespart. Autolos geht garnix.
    Danke für Deinen Besuch und Sonnenschein fürs WE
    wünscht Dir
    Mascha

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  12. Liebe Katala,
    also diese Aktion von Susanne ist wirklich ein Hit. So informativ und lehrreich, so eindringlich, so lesenswert, so verbindend...Denn was man kennen lernt, kann man viel besser verstehen - wirklich eine ganz großartige Sache.
    Deine Wohnsituation, inmitten von Wäldern und Seen, mitten in der Natur, freies Land, das vor der Haustüre liegt und das man durchstreifen kann, das stelle ich mir traumhaft vor. Zumal meine berufsmäßig aktive Zeit vorüber ist, ich also zeitlich fast meine eigene Frau bin. Das würde vermutlich Vieles erleichtern...

    Ich werde mich diesem fantastischen Projekt ab März anschließen...ich hoffe zumindest, dass ich es schaffe...
    Wir lesen dann voneinander...Alles Liebe
    Heidi

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