Mittwoch, 15. März 2017

Eye Poetry #2




Will Dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten - 
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke


Da hat es mir Andrea nicht leicht gemacht. Rilke - nicht gerade mein bester Freund. Für mich ist er düster. Für mich ist auch dieses Gedicht düster. Also was tun?
Anfangs dachte ich wie Andrea an eine Schachtel, etwas, in das man die Vielschichtigkeit dieses Gedichtes irgendwie hineinstapeln kann. Aber mir fiel dazu nicht wirklich etwas Gescheites ein.
Während eines langen Telefonats mit meiner Schwester wurde dann diese Idee geboren. 


Eine Stoffcollage aus lauter winzigen Lümpchen. 23 verschiedene Stoffe. Auf ein 26 mal 20 cm großes Leinenstück genäht.

Vor zwei Jahren fand ich auf dem Sperrmüll ein verklumptes altes Kopfkissen, aber mit einem wunderschönen Inlettstoff bezogen. Dieses Stoffes wegen nahm ich es mit. Als ich es auftrennte, um den ekeligen Inhalt zu entfernen, waren das jedoch keine verklebten, mottenzerfressenen Federn, sondern geschredderte Lumpen. Von den meisten waren nur noch Fasern übrig, Doch einige kleine Stoffstücke hatten das Schreddern überlebt. Alles, was größer war als ein Quadratzentimeter, hob ich auf.


Es waren wunderschöne alte, edle Stoffe. Hauchdünne Seiden. Feinste Baumwollmusline.


Und all die Farben und Muster.


Ich hatte das Gefühl, einen ganz besonderen Schatz geborgen zu haben. Einen Schatz aus längst vergangener Zeit. Vielleicht stammt ja das eine oder andere Stoffstückchen sogar noch aus der Zeit der letzten Jahrhundertwende, trug vielleicht eine feine Dame einen dieser Stoffe, als sie in Berlin achtlos an Rilke vorbeiflanierte...


Nun gehe ich bei Andrea schauen, was den anderen zu diesem Thema einfiel.

Euch noch einen schönen Tag
Lieben Gruß
Katala

Montag, 13. März 2017

Feine Post kam heute




Die schöne Blumenkarte kam von Mano und der dicke Stapel "Flow" von Petra.
Vor einiger Zeit hatte ich bei Manu von dieser Zeitschrift gelesen, kannte sie bis dahin gar nicht, denn hier auf dem Dorf gibt es sie nicht. Petra las meinen Kommentar und bot mir an, mir ihre Zeitschriften zu schicken, damit ich sie mir auch einmal einschauen kann. Habe ich sie ausgelesen, schicke ich sie weiter zur nächsten Interessierten. Eine tolle Idee.
Die Post kam genau zur rechten Zeit. Der Tag grau. Ich schon wieder vergrippt. Da tragen solche Nettigkeiten erheblich zur Verbesserung des Wohlgefühls bei. 


Manos Blumenkarte steht nun bei den Blumen und die Zeitschriften liegen neben dem Wohnsessel, in den ich mich gleich wieder zurückziehen und eine "Flow" nach der anderen ganz in Ruhe durchblättern werde.


Doch vorher als Dank ein paar virtuelle Blümchen nur für Euch beide.

Lieben Gruß und allen einen schönen Abend
die vergrippte Katala