Donnerstag, 12. Januar 2017

Schneegestöber

Gestern gab's Schneegestöber. Ich mag es.


Meine Balkonamsel mag es offensichtlich auch.


Stoisch saß sie da und ließ es über sich ergehen. Im Futterhaus hätte sie Schutz gehabt, doch sie blieb unbeweglich sitzen. Nur wenn eine Flocke auf ihrem Auge landete, schüttelte sie mal kurz den Kopf.


Nicht einmal von meiner Knipserei ließ sie sich aus der Ruhe bringen.


Erst als das Schneetreiben immer dichter wurde und der Wind die Flocken bis in den hintersten Winkel des Balkons und bis ins Zimmer trieb, haben wir uns dann doch beide vor diesem Wetter in Sicherheit gebracht.



Ich habe es mir drinnen gemütlich gemach, zugeschaut, wie der Wind winzige Schneewehen ans Fenster trieb, und mich an der Mehrfachspiegelung der Kerzenflamme erfreut.
Und ich habe allen Göttern gedankt, dass ich bei solchem Wetter nicht mehr mit dem Auto unterwegs sein muss. Ein Hoch auf das Rentnerdasein. Was bin ich froh, alt zu sein.

Euch allen einen schönen Abend und immer eine sichere Fahrt
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 5. Januar 2017

Was ich am Winter mag


Heute nacht hat es geschneit und während ich hier sitze und tippe, schweben schon wieder Flocken am Fenster vorbei. Der perfekte Tag, um eine Lanze für den Winter zu brechen, wozu uns Astrid eingeladen hat.
Ich mag den Winter, den richtigen, den mit Schnee und ordentlicher Kälte.


Leider lebe ich in einer Gegend, in der solche Winter, wie auf dem Foto, eher die Ausnahme sind.  Winter heißt hier in der Regel Schmuddelwetter und das mag ich gar nicht.


Fällt doch einmal Schnee, dann oft nur hauchdünn, und nach ein, zwei Tagen ist er wieder verschwunden.


Meist haben wir hier nur Frost. Am Morgen ist noch alles weiß, doch über den Tag hält die Pracht nur im Schatten. Aber immer noch besser als naßkaltes Wetter.


Richtig fettes Schneegestöber sieht man hier selten.
Ich liebe Schneegestöber. Ich mag die dicken feuchten Flocken, die alle Geräusche schlucken, die sanft auf die Haut schweben und dort sofort tauen und auch auf dem Haar nicht lange halten, so dass man nach einem Spaziergang aussieht wie eine gebadete Katze.


Ich mag auch die feinen Flocken, die wie Nadeln pieken, wenn sie der Wind ins Gesicht weht. Sehr gut für die Durchblutung.


Ich mag es, über unberührten Schnee zu laufen, die ersten Fußspuren zu hinterlassen. Da werden kindliche Freuden wach, da fühle ich mich immer noch wie ein Entdecker auf großer Reise.


Ich mag zugefrorene Seen. Allerdings traue ich mich erst aufs Eis, wenn es mindestens hundert Leute vor mir getestet haben.
Ich bin die ersten Jahre meines Lebens an der Elbe groß geworden und damit ich nicht auf das tückische Eis des Flusses gehe, hat man mir regelmäßig die Geschichte vom Eispeter vorgelesen. Das wirkt bis heute nach.
Außerdem gruselt es mich, wenn ich unter mir das Ächzen und Stöhnen des Eises höre und mit einem Knall plötzlich zwischen meinen Füßen ein feiner Riß entsteht. Da bleibe ich lieber am Rand und lasse Steine über das Eis schlittern. So kann man Eis zum Singen, zum Zwitschern bringen und das mag ich sehr. Es funktioniert allerdings nur, wenn  kein Schnee auf dem Eis liegt.


Ich mag Eisblumen. Ich weiß, sie sind ein Zeichen dafür, dass die Fenster nicht ganz dicht sind. Nun ja, sie sind alt. Bin ich ja schließlich auch.

 
Ich mag es, Schneemänner zu bauen. Je größer, desto schöner.


Ich mag es, Schnee zu schippen und den Hof mit schmalen Pfaden zu überziehen, bis er aussieht, wie ein Schnittmuster.
Ich bin gerne im Schnee draußen.
Ich mag es aber auch bei Kerzenschein am warmen Ofen zu sitzen und vor mich hinzuwerkeln. Ich genieße die frühe Dunkelheit des Winters. Die faulen Stunden am Nachmittag, wenn kein Garten nach Wasser schreit, kein Unkraut, Verzeihung, Beikraut wächst, nichts gepflegt, nichts geerntet werden will.


Und ich mag es, den Vögeln im Futterhaus oder an den Meisenknödeln zuzuschauen. Ewig kann ich am Fenster sitzen und einfach nur schauen. Leider sind hier zu Hause auf meinem Balkon nur noch wenige Vögel, seit hinter dem Haus fast alle Bäume gefällt wurden. Aber ich habe ja noch meine Amsel und ein paar Spatzen.

Ja, ich mag den Winter. Aber ich mag auch den Frühling und den Sommer und den Herbst. Ich mag jede Jahreszeit, denn jede hat etwas, dass mir Freude bereitet, das ganz besonders ist und eben nur zu dieser einen Jahreszeit gehört und das ich nicht missen möchte.
Und wie sagte meine Großmutter immer so schön: Wer das eine will, muss das andere leiden können.

Inzwischen scheint die Sonne. Ich gehe dann mal Schnee schippen.

Euch allen noch einen schönen (Winter-)Tag
Lieben Gruß
Katala

Dienstag, 3. Januar 2017

Nachlese 2016

Erst einmal allen ein wunderfeines neues Jahr. Friedvoll soll es sein und heiter. Bleibt alle schön gesund und verliert Eure Träume nicht. Und allen immer einen funktionierenden Computer.
Mein PC musste ja Anfang Dezember den Geist aufgeben, das dumme Teil. Der Schwiegersohn konnte zwar alle wichtigen Dateien retten, nicht aber die Maschine. Ein neuer Computer musste her. Und das bedeutet: Neues System, neue Programme - ich hasse das. Doch was soll's? Muss frau durch.
Und so sitze ich nun an meinem neuen PC, fluche alle paar Minuten, weil die alten Handgriffe nicht mehr funktionieren, und blicke auf den Dezember zurück und auf die Monatscollage, die Birgitt immer sammelt.


Kein Schnee im Dezember. Nur Nebel und Regen und Regen und Nebel und ganz selten ein bisschen Frost. Nix mit weißer Weihnacht.
Aber Kerzenlicht. Und das ganz viel. Und Kränze und Christrosen.
Für die Kinder habe ich nach Nicoles Anleitung Meisenknödel gehäkelt und befüllt und natürlich auch wieder einen Nikolaussack genäht.

Auf dem Balkon hat sich ein Wintergast einquartiert. Eine Amsel. Sie kommt jeden Tag. Meist setzt sie sich ins Futterhaus und döst vor sich hin. Über Stunden. Wenn ein anderer Vogel versucht, einen Sonnenblu-
menkern zu ergattern, schimpft sie laut.
Sie ist seltsam. Für das Foto in der Collage konnte ich mich bis auf einen Meter nähern. Sie hat sich nicht bewegt. Am Heiligen Abend habe ich es sogar bis auf einen halben Meter geschafft. Mit der Kamera vor dem Gesicht, nimmt sie mich wohl nicht als Mensch, als Feind wahr. Sie hat zwar einmal laut gemeckert, ist aber nicht weggeflogen. Leider war es schon ziemlich dämmrig.

Eine ganz große Freude im Dezember war für mich die von Manu organisierte Briefumschlag-Adventskalender-Aktion. Allen, die mir so wundervolle Dinge geschenkt haben, noch einmal ein dickes, fettes DANKE. Die Idee, nicht alles überall zu verteilen, sondern in einer alten Zigarrenkiste zu sammeln, habe ich übrigens bei Kreativhäxli geklaut.
Auch eine Riesenfreude waren die Weihnachtstulpen, die der Gatte im örtlichen Blumenladen gefunden und mir geschenkt hat. Ich liebe Tulpen zur Weihnacht.
Die restlichen Tage des Jahres haben wir dann ganz gemütlich im Altenteil verbracht und sind gemeinsam mit den Kindern und nur wenig Bums und Krach geruhsam ins neue Jahr hinübergerutscht.


Das letzte Foto für meinen 12tel Blick zu knipsen, habe ich dadurch erst gestern geschafft.

2. Jaunar 2017, 13.56 Uhr
Es war wieder einmal grau. Ein Tag, an dem es erst gegen Mittag ein wenig heller wurde. Die wenigen Schneekrümel, die in der Nacht gefallen waren, waren da schon getaut.
Auch wenn es schon Januar war - das Wetter war eindeutig noch Dezember.


Und so sieht das Jahr im Überblick aus. Ich finde es etwas langweilig. Doch die Schuld tragen nicht die armen Birnbäume. Ich war das Dusseltier, das sich beim Januarfoto keinerlei Gedanken um Himmelrichtung und Standort gemacht hatte und darum immer erst fotografieren konnte, wenn die Sonne schon am Untergehen war, und das zudem auch noch oft zum falschen Zeitpunkt losmarschierte, weil es wieder einmal vergessen hatte, dass der 12tel Blick noch aussteht. Die einzigen beiden Bilder aus dieser Serie, die ich wirklich mag, sind der Januar und der November. Vielleicht noch ein bisschen der Juni. Alle anderen Bilder sind so gar nicht nach meinem Geschmack.
Wenn ich vergangenes Jahr unterwegs war, habe ich immer auch nach einem 12tel-Blick-Motiv für dieses Jahr gesucht, aber hier in der Nähe und auch beim Altenteil keines gefunden, das mir wirklich 100 Prozent zugesagt hätte. Nun ja, vielleicht begegnet mir ja noch etwas. Das Jahr hat ja gerade erst angefangen.

Euch allen einen schönen Resttag
Lieben Gruß
Katala