Dienstag, 7. November 2017

Feuer

Astrid lädt in ihrer Link-Party diesen Monat zum Thema Feuer ein.
Ich liebe Feuer.


Ich wurde mit Öfen groß. Wenn ich als kleines Mädchen im Winter frühmorgens durchs kalte Treppenhaus nur im Nachthemd und barfuß hinunter in die Küche kam, dann bollerte dort schon der kleine Eisenofen. Ich kletterte aufs Sofa unter die Decke, bekam eine warme Milch und dann lag ich dort und beobachtete das Wuseln der Erwachsenen, die sich fertigmachten, das Haus zu verlassen. Dort zu liegen, warm und geborgen, der Raum erfüllt mit dem Duft von Kaffee, gebratenen Eiern und auf der Ofenplatte gerösteten Brotscheiben, und den Gesprächen  der Erwachsenen zu lauschen, gehört zu meinen intensivsten Kindheitserinnerungen.
Wahrscheinlich auch deshalb liebe ich Öfen und hatte Zeit meines Lebens nur Wohnungen mit Öfen.
Jeder Wintermorgen beginnt bei mir also mit dem Heizen. Erst den Kachelofen. Später den Kaminofen. Ich mag nicht nur die Öfen. Ich mag auch den Vorgang des Heizens. Erst die kleinen Scheite, dann die großen, dann die Kohlen. Manchmal sitze ich vor dem Ofen und beobachte, wie die Flammen nach oben züngeln. Ein Schauspiel, das ich immer wieder sehen kann. Dafür nehme ich auch gerne das Schleppen von Kohlen und Holz in Kauf.


Natürlich liebe ich auch offene Feuer. Immer wenn wir bis in die Nacht hinein am Wasser sitzen und angeln, zünden wir uns ein kleines Lagerfeuer an. Meist streiten wir uns darum, wer es anzünden darf, wer der bessere Feuermeister von uns ist. Wir lieben beide das Feuer.
Ich gebe zu, ich bin ein Kokelfritze. (Gibt es davon eine weibliche Form?)
Ich fürchte Feuer nicht - schließlich habe ich von Kindheit an gelernt, achtsam damit umzugehen. Ich respektiere Feuer. Ich weiß um seine zerstörerische Kraft. In einem der trockenen Jahre brannte hier mehrmals der Wald.
Einen Waldbrand konnten wir verhindern. Es war Herbst. Die Sonne schien. Unsere Körbe waren voller Pilze. Ein wunderbarer Nachmittag. Dann sagte der Gatte: "Schau mal, wie schön sich die untergehende Sonne dort spiegelt." Toll sah es aus, das Feuerrot mitten im Wald. Nur war da nichts, wo sich die Sonne hätte spiegeln können. Als wir das begriffen, rannten wir los. Flammen züngelten schon an den dürren Ästen der kleinen Kiefern. Das trockene Laub auf dem Boden brannte bereits lichterloh. Wir nahmen uns, was wir greifen konnten, und schlugen damit die Flammen aus und die dürren Äste von den umstehenden Bäumen. Als wir das Feuer einigermaßen gebannt hatten und es sich erst einmal nicht weiter ausbreiten konnte, rannte ich nach Hause und rief die Feuerwehr. Der Gatte hielt Wache, bis ich den Löschzug zur Brandstelle geleitet hatte.
Es war niemandes Achtlosigkeit, die diesen Brand verursacht hatte. Ein Feuerteufel hatte in dem Jahr hier sein Unwesen getrieben und auch dieser Brand war gelegt worden.


So wie ich von klein auf gelernt habe, mit Feuer umzugehen, habe ich es auch meiner Tochter beigebracht und sie gibt es an ihre Kinder weiter. Ebenso wie Astrid, halte ich nichts davon, Kinder von Feuer fernzuhalten. Sie müssen um die Gefahr wissen, aber sie müssen Feuer auch handhaben können, denn nur, wenn man weiß, wie man mit Feuer umzugehen hat, kann man Brände verhindern.


Und so gibt es in der dunklen Jahreszeit auch ganz viele Kerzen bei uns. Richtige Kerzen. Keine batteriebetriebenen.


Auch auf dem Adventskranz und am Weihnachtsbaum.

Euch allen noch einen schönen Restabend mit Kerzenschein
Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Ja, so gemütliche Erinnerungen an die Kindheit morgens neben dem warmen Herd habe ich auch ( habe es gerade einer Leserin ohne Blog geschrieben, die mir einen ausführlichen Bericht gemailt hat als echtes Feuerzeichen ). Aber ich habe mich halt nie dafür begeistern können...
    Waldbrände habe ich viele erlebt, in Griechenland und der Provence, manchmal auch mittendrin, glücklicherweise nie hier bei uns wie du es beschreibst.
    Winterlicht darf bei mir echtes wie künstliches sein, da bin ich nicht dogmatisch.
    Genieße die dunklen Tage! danke fürs Mitmachen!
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Ach so: Wir sind wohl in der selben Adventspostgruppe - schön!

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  2. Liebe Katala,
    auch ich wurde mit Öfen groß und ich mußte auch immer zusammen mit anderen Lehrlingen in der Schreinerei, in der ich gelernt habe, Feuer machen. Dennoch kann ich es bis heute nicht. Diese Dampfheizung hatte im Keller einen großen Ofen und der mußte morgens beheizt werden. Es war morgens um 7.00 Uhr saukalt in der Werkstatt. Ich habe schon gefroren aber ich kann nich nur deshalb auch Kälte ertragen.

    Der Umgang mit Feuer ist mir von meiner Berufstätigkeit bei einer großen Berufsfeuerwehr nur allzu bekannt. Wie oft klingelte es und die Autos fuhren raus. Aber das erzähle ich noch.

    Ich bin ein Schütze als im Feuerzeichen geboren, schau gerne ins Feuer, spiele gerne mit dem Feuer, habe immer ein Eisen im Feuer :-)). Ja, man kann mit dem Feuer herrllich spielen.
    Aber bislang kann ich und will ich auch kein Feuer machen. Ich möchte auch keinen Kamin- oder Kachelofen und bin an meiner Zentralheizung froh.
    Ich weiß noch, welchen Dreck so ein Ofen macht.
    ABER meine Seniorin möchte ihren Kaminofen für mich und die Aktion von Astrid befeuern.

    Schöne gemütliche Bilder hast du gezeigt.

    Lieben Gruß Eva

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  3. Liebe Katala,
    oh ja, Feuer in dieser Jahreszeit, ob als Kerzenschein oder Lagerfeuer, oder Feuer im Kamin ( wenn man denn einen hat ;O) ...) , das ist so heimelig und strahlt soviel Wärme aus!
    Danke für die herrlichen Bilder dazu!
    Hab einen wunderschönen Wochenteiler!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  4. Interessant! Ich mag ja Feuer auch sehr, aber als ewiger Städter kommt man eben nicht so oft damit in Berührung....
    Liebe Grüße

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  5. "Einen Ofen selbst anheizen können", war einer meiner Wünsche, die ich mir selbst erfüllte, in einem Küchenherd in meinem ehemaligen Schwedenhäuschen. Das war wirklich jedes Mal ein Erlebnis.
    Aber manchmal ist es gut, das mit den batteriebetriebenen Kerzen, wenn richtige eine Gefahr darstellen, weil die betagten Leute vergessen sie zu löschen, wenn sie zu Bett gehen. Dann, ist es DIE Lösung.

    Lieben Gruß aus Schweden
    Beate

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  6. Ach ja, "Kokelfrieda" wär ganz nett :-)

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  7. ...in meiner Kindheit gab es auch Kohleöfen, liebe Katala,
    aber ehrlich gesagt bin ich froh, jetzt nur an der Heizung drehen zu müssen, um es schön warm zu haben...die warme Gemütlichkeit schaffe ich mir mit Kerzen, die brennen wenn es dunkel wird immer da wo ich bin,

    liebe GRüße Birgitt

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  8. Ich mag ja auch das offene Feuer. Als Student musste ich noch einen Ofen anheizen, allerdings habe ich das eher in schlechter Erinnerung...denn es wurde eigentlich immer dann so richtig erst warm, wenn man ins Bett wollte...;-) Da freue ich mich doch, dass ich jetzt nur an einem Knopf hin und herdrehen muss...;-) LG Lotta.

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  9. Wie schön, über so viel Wärme bei dir zu lesen... Ja, das Ofenanfeuern ist ein wunderbares Ritual, was ich auch immer so geliebt habe, damals in der Studenten-WG in einem alten Bauernhaus. Es ist wirklich eine ganz andere Wärme. Aber dann hast du ja wirklich viel Arbeit im Winter...
    Genau, echte Kerzen müssen auch am Tannenbaum sein, bin ich ganz deiner Meinung. Wenn man immer dabei ist, kann auch gar nichts passieren - außerdem muss der Baum j ja auch nicht permanent beleuchtet sein, damit der Moment besonders bleibt.
    Liebe Grüße Ulrike

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  10. Hallo Katala,
    ich dürfte zuhause nie Feuer machen. Es gab einen Ofen und einen offenen Kamin, aber nur zum Heizen zwischendurch. Leider hab eich nur theoretisch gelernt, wie das mit dem Anzünden geht. Inzwischen verbringe ich mit meiner eigenen Familie einige Tage im Jahr auf einer Hütte. Da habe ich es gelernt und meine Große macht mit 12. den Herd am Morgen an. Das ist toll. :-)
    LG
    Henrike

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  11. Gibt es etwas heimeligeres als vorm lodernden Feuer zu sitzen, oder bei Kerzenschein? Nein! Hach, deine Stimmungsbilder laden zur Gemütlichkeit ein!
    Liebe Grüsse sende,
    Britta

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  12. Was für spannende Erfahrungen. Wunderbar, wie Du mit dem Feuer umgehen kannst und es Dir Freude bereitet. Mein Vater war bei der Berufsfeuerwehr einer Großstadt, da bekommt das Feuer eine ganz andere Bedeutung in der Familie...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  13. Liebe Katala, beim Lesen war ich auf einmal wieder ganz klein und habe darauf gewartet, dass das bitterkalte Badezimmer warm wird. Ein Heißwasserboiler wurde dafür von meiner Mutter eingeheizt - mit Holz und Kohle. Zuerst durfte mein Vater baden und dann wir Kinder. Wann meine Mutti gebadet hat, weiß ich gar nicht?! Hmmm..! Wenn ich dann aus der Badewanne gehoben wurde, wurde ich direkt in ein großes Handtuch gehüllt und in die gute Stube getragen. Dort bollerte bereits unser Kachelofen. Geheizt wurde immer mit Kohle - schließlich arbeiteten alle Männer unserer Familie im Bergwerk. Ach, Katala. Vielen Dank für diese heimelige Erinnerung sie wärmen an einem kalten Novembertag wie diesem. Liebste Grüße, Nicole

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  14. ein wunderbarer beitrag! ich hab auch schon als kind gerne gezündelt, mein opa hat mir beigebracht aufzupassen. kohleöfen hatten wir während des studiums und in den ersten lebensjahren unserer tochter, die schon als baby gelernt hat, damit umzugehen und sich nie am ofen verbrannt hat. seit 20 jahren haben wir einen kaminofen und ich kann mir ein leben ohne ihn nicht mehr vorstellen!!
    liebe grüße
    mano

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  15. Liebe Katala,
    ich bin heute zum ersten mal hier auf Deinem Blog, und das Thema Feuer hat mich inspiriert auch zu bleiben und zu lesen...Was soll ich sagen...ich bin begeistert. Dein Beitrag gefällt mir außerordentlich gut. Solche Kindheitserinnerungen sind in der Tat sehr prägend, und die Deine bis heute "wärmend"! Ich mag das Feuer auch sehr (kontrolliert natürlich)...ich liebe das Spiel der Flammen wie Du, auch das der Glut und den Duft von harzigem Holz...Dank Dir habe ich mich bei Astrid verlinkt und auch einen kleinen Kommentar zu meiner Vorliebe zum "Kokeln" verfasst...
    Dir alles Liebe
    Heidi

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  16. Was für eine wundervolle Kindheitserinnerung (klingt richtiggehend nach Bullerbü). Kein Wunder, dass du zu Feuer ganz anders stehst als ich. Deine Bilder sind auch wunderschön und stimmungsvoll. Wenn du so vom Feuer erzählst, kommt es mir direkt ein bißchen näher. Nur die Waldbrandgeschichte ist wirklich haarsträubend. Feuerteufel zu sein, ist etwas, was ich einfach nicht nachvollziehen kann.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  17. gemütliche Kindheitserinnerungen ;)
    den Geruch von geröstetem Brot habe ich auch noch in der Nase..
    bewundernswert dass du heute noch mit Öfen heizt ..

    liebe Grüße
    Rosi

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  18. Schon zum zweiten Mal auf Deiner Seite, Deinen Feuererzählungen, es ist so heimelig zu lesen. Ich mag Feuer, die Kinder haben es immer respektieren gelernt, im Garten Totholz verbrennen, der Weihnachtsbaum mit echten Kerzen. Liebe Abendgrüße, Eva

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Schön, dass Du mich besucht hast.
Ich freue mich über jeden Kommentar.