Donnerstag, 5. Januar 2017

Was ich am Winter mag


Heute nacht hat es geschneit und während ich hier sitze und tippe, schweben schon wieder Flocken am Fenster vorbei. Der perfekte Tag, um eine Lanze für den Winter zu brechen, wozu uns Astrid eingeladen hat.
Ich mag den Winter, den richtigen, den mit Schnee und ordentlicher Kälte.


Leider lebe ich in einer Gegend, in der solche Winter, wie auf dem Foto, eher die Ausnahme sind.  Winter heißt hier in der Regel Schmuddelwetter und das mag ich gar nicht.


Fällt doch einmal Schnee, dann oft nur hauchdünn, und nach ein, zwei Tagen ist er wieder verschwunden.


Meist haben wir hier nur Frost. Am Morgen ist noch alles weiß, doch über den Tag hält die Pracht nur im Schatten. Aber immer noch besser als naßkaltes Wetter.


Richtig fettes Schneegestöber sieht man hier selten.
Ich liebe Schneegestöber. Ich mag die dicken feuchten Flocken, die alle Geräusche schlucken, die sanft auf die Haut schweben und dort sofort tauen und auch auf dem Haar nicht lange halten, so dass man nach einem Spaziergang aussieht wie eine gebadete Katze.


Ich mag auch die feinen Flocken, die wie Nadeln pieken, wenn sie der Wind ins Gesicht weht. Sehr gut für die Durchblutung.


Ich mag es, über unberührten Schnee zu laufen, die ersten Fußspuren zu hinterlassen. Da werden kindliche Freuden wach, da fühle ich mich immer noch wie ein Entdecker auf großer Reise.


Ich mag zugefrorene Seen. Allerdings traue ich mich erst aufs Eis, wenn es mindestens hundert Leute vor mir getestet haben.
Ich bin die ersten Jahre meines Lebens an der Elbe groß geworden und damit ich nicht auf das tückische Eis des Flusses gehe, hat man mir regelmäßig die Geschichte vom Eispeter vorgelesen. Das wirkt bis heute nach.
Außerdem gruselt es mich, wenn ich unter mir das Ächzen und Stöhnen des Eises höre und mit einem Knall plötzlich zwischen meinen Füßen ein feiner Riß entsteht. Da bleibe ich lieber am Rand und lasse Steine über das Eis schlittern. So kann man Eis zum Singen, zum Zwitschern bringen und das mag ich sehr. Es funktioniert allerdings nur, wenn  kein Schnee auf dem Eis liegt.


Ich mag Eisblumen. Ich weiß, sie sind ein Zeichen dafür, dass die Fenster nicht ganz dicht sind. Nun ja, sie sind alt. Bin ich ja schließlich auch.

 
Ich mag es, Schneemänner zu bauen. Je größer, desto schöner.


Ich mag es, Schnee zu schippen und den Hof mit schmalen Pfaden zu überziehen, bis er aussieht, wie ein Schnittmuster.
Ich bin gerne im Schnee draußen.
Ich mag es aber auch bei Kerzenschein am warmen Ofen zu sitzen und vor mich hinzuwerkeln. Ich genieße die frühe Dunkelheit des Winters. Die faulen Stunden am Nachmittag, wenn kein Garten nach Wasser schreit, kein Unkraut, Verzeihung, Beikraut wächst, nichts gepflegt, nichts geerntet werden will.


Und ich mag es, den Vögeln im Futterhaus oder an den Meisenknödeln zuzuschauen. Ewig kann ich am Fenster sitzen und einfach nur schauen. Leider sind hier zu Hause auf meinem Balkon nur noch wenige Vögel, seit hinter dem Haus fast alle Bäume gefällt wurden. Aber ich habe ja noch meine Amsel und ein paar Spatzen.

Ja, ich mag den Winter. Aber ich mag auch den Frühling und den Sommer und den Herbst. Ich mag jede Jahreszeit, denn jede hat etwas, dass mir Freude bereitet, das ganz besonders ist und eben nur zu dieser einen Jahreszeit gehört und das ich nicht missen möchte.
Und wie sagte meine Großmutter immer so schön: Wer das eine will, muss das andere leiden können.

Inzwischen scheint die Sonne. Ich gehe dann mal Schnee schippen.

Euch allen noch einen schönen (Winter-)Tag
Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Kann ich fast alles genauso unterschreiben.
    Annette

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  2. Geht mir ganz ähnlich - hier fehlt nur der Ofen! Schöne Winterbilder. Meine Jungs hoffen immer noch so sehr auf den Schnee. Vorhin sind ein Paar Flöckchen herab gerieselt. Ich habe in meinen Anfangsjahren in Deutschland direkt mal die Schneekatastrophe in Norddeutschland mitmachen dürfen. Für uns Kinder war das die pure Freude, während die Erwachsenen vor echten herausforderungen standen. Lang lang ist's her...

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  3. Toll, dass du auch daran erinnerst, dass der Winter auch immer ein bisschen Faulsein beinhaltet. Das finde ich auch schön an ihm...
    Danke fürs Mitmachen!
    GLG
    Astrid

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  4. Liebe Katala,
    was sind das für schöne Bilder, gefällt mir gut und wie du weißt mag ich das alles auch.

    Meine Schwester ist 74 Jahre alt und hat mir heute wieder erzählt, dass sie alt ist!! 74 Jahre ist doch nicht alt, verflixt, warum sagt man das denn immer.

    Nein Katala, du bist nicht alt, wenn du noch so schöne Fotos machen kannst und Eisblumen setzt du auch keine an. :-))

    Womit ich ein Problem haben, das sind die Vögel. Solange sie draußen bleiben auf dem Baum der Blutpflaume, habe ich nichts dagegen, aber sie kommen zu mir auf den Balkon und sch.... mir den Balkon voll. Er liegt halt geschützt und ist auch in den Ecken wärmer. Aber ich mag das nun wirklich nicht immer und immer wieder Vogelsch.... zu putzen.

    Hab dich fein, einen schönen Feiertag
    wünscht dir Eva
    mein Enkel wird morgen 1 Jahre alt, wie schnell die Zeit vergangen ist.

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  5. ...schöne Winterimpressionen, liebe Katala,
    hast du da zusammen getragen...wenn ich nicht dienstlich Auto fahren müsste, fände ich den Winter wohl auch so schön...aber ein paar Jahre ist das noch so und da schaue ich dann doch eher beunruhigt aus dem Fenster, wenn die dicken Flocken fallen...eigentlich komisch, denn schon viele Jahre habe ich das ja gut und unfallfrei gemacht, aber dieses Gefühl kann ich einfach nicht abstellen...ein paar sonnige Schneetage an freien Tagen gibt es aber auch immer und die kann ich dann richtig genießen,

    liebe Grüße Birgitt

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  6. Ach der Winter! Ich finde ihn optisch schön, praktisch meist ziemlich nervig, wenn man morgens das Auto freikratzen muss, im Schnee steckenbleibt und das Kind pünktlich zur Schule schlittern muss....
    Wahrscheinlich bin ich ein Wochenend-Winterliebhaber.
    Liebe Grüße

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  7. eine echte hommage an den winter! auch wenn ich den frühling und den herbst so viel lieber habe, so mag ich einiges durchaus auch an der kalten jahreszeit. z.b. wenn ich über eispfützen laufe und das eis so herrlich unter den schuhen knackt - ein einmalig tolles geräusch!
    herzliche grüße, hier fallen gerade ein paar zartfeine schneeflocken vom himmel!
    mano

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  8. Das ist ja eine richtige Liebeserklärung an den Winter und ich könnte unter jeden Satz meine Unterschrift mit daruntersetzen, so sehr sprichst Du mir aus der Seele. Vielen Dank, für diese wunderbaren Worte und Bilder. LG Marion

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  9. Es geht mir ganz genauso. Leider liegt hier selten Schnee, wenn es schneit, sind die Geräusche auch ganz anders. Deine Winterbilder sind wunderbar.
    LG
    Magdalena

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  10. ein Loblied auf den Winter..
    und wunderschöne Bilder..
    ja.. wer die schönen Seiten möchte muss auch die unangenehmeren in Kauf nehmen ;)
    liebe Grüße
    heute auch aus dem Winterwunderland..

    Rosi

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