Dienstag, 31. Mai 2016

Vorbei ist der Mai

Der Mai war hektisch und das ewige Hin und Her - der Gatte muss operiert werden, der Gatte muss nicht operiert werden - hat mich ganz meschugge gemacht.
Der Gatte muss nicht operiert werden. Gut so.


Schön war er auch, der Mai. Voller Blüten und Düfte. Mit Hitze und nun auch Regen. Mit Matschlilienmalerei und ganz viel  Gänse-, Katzen- und Meisenkino.
Mit der Tochter war ich im Garten. Den Erdbeeren geht's gut und der abgebrochene Apfelbaum - innen komplett hohl - treibt wieder aus.
Im Ahlsdorfer Park haben wir eine riesige Eiche mit Armlängen ausgemessen: Umfang ca sieben Meter. Wie alt der Baum wohl sein mag?
Und ich war in Amsterdam. Dort brüten Blässhühner auf Planken neben den Hausbooten, die ich zu fotografiert vergaß.
Die Collage schicke ich zu Birgitt.

Für Fraukes SchwarzWeissBlick habe ich noch ein paar Fotos aus Amsterdam.


Am letzten Tag sind wir früh noch auf den Turm der Westerkerk gestiegen. Mit seinen 85 Metern ist der "Lange Jan" der höchste Kirchturm der Stadt.


185 Stufen ging es über Wendeltreppen, schmale Stiegen und Leitern hinauf bis zur ersten Aussichtsplattform.


Vorbei an den kleinen Glocken, auf denen wir spielen durften...


...und an der großen Glocke, die noch immer mit einem Seil geläutet wird, an dem wir leider nicht ziehen durften.


Normalerweise bin ich kein großer Freund von Führungen - Audioguides sind mir lieber, da kann ich laufen, wie ich will. Hier war ich jedoch sehr dankbar dafür, dass man den Turm nur in Gruppe besteigen darf. So gab es wenigstens keinen Gegenverkehr.


Nun hätte ich Euch ja gerne noch einen schönen Blick über die alten Dächer von Amsterdam gezeigt, doch es regnete und es war grau und plötzlich fielen mir all die häßlichen neuen Bauten auf, so grau wie das Wetter, und Amsterdam von oben verlor für mich seinen Reiz.


Doch wenn man sich über die Brüstung beugt, kann man entlang der Prinzengracht auf das alte Stadtviertel Jordaan schauen.
Der graue Klotz rechts im Vordergrund ist der moderne Bau des Anne Frank Museums (mehr dazu klick), das seit 1. Mai 2016  ein neues Eintrittssystem hat. Wir hatten natürlich keine Online-Tickets und bis in die Nacht Schlange stehen, wollten wir nicht.
Aber ich wollte es sowieso nicht sehen, dieses Museum. Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis dazu. Nicht zum Museum selbst, aber zum Umgang mit dem Erbe dieses Mädchens. Wollte man wirklich nur die Erinnerung an ihr Schicksal wachhalten, brauchte es keine Streit ums Urheberrecht. Und mit Anne-Frank-Comics muss man heute wahrscheinlich einfach leben. Ich mag das nicht. Aber vielleicht sehe ich das falsch.
Doch Schluß jetzt mit Amsterdam. Ich muss wieder in den Garten.
Habt noch einen schönen Resttag
Lieben Gruß
Katala

Montag, 30. Mai 2016

Bunt ist die Welt - Krabbeltiere

Lotta möchte für Ihr Projekt "Bunt ist die Welt" dieses Mal gern Krabbel- und Kriechtiere sehen.
Nicht so mein Fall. Nicht, dass ich sie nicht mag. Aber fotografieren...
Trotzdem bin ich auf die Pirsch gegangen. Man soll es ja wenigstens versuchen.


 Doch entweder wurden die Krabbeltiere unscharf oder...


...verschwanden in einer Blüte, bevor ich sie erwischt hatte.

Ich habe mich dann erst einmal anderen Dingen zugewandt. Die Tochter hat nämlich etwas Feines entdeckt:


Die Farbkraft der Schwertlilien, wenn sie matschen.
 

Ich habe fast den ganzen Nachmittag damit  verbracht, auf der Wiese neben den Schwertlilien zu sitzen, alle matschenden Blüten auszubrechen und damit ein Papier nach dem anderen zu bemustern. Das tolle Grün, wie auf dem Papier der Tochter, habe ich jedoch nicht hinbekommen, dafür hätte ich eine Blüte längere Zeit im Wasser weichen lassen müsse.


Aber viele verschiedene Blau- und Lilatöne sind entstanden. Malen mit Blumen. Hat das schon mal einer von Euch gemacht? Macht riesigen Spaß. Demnächst werde ich es mit anderen Blüten versuchen. Mohn vielleicht. Mal schauen.


Als die Sonne dann hinter dem Haus verschwunden war...


...kamen die Krabbeltiere plötzlich ganz von selbst.


Und die Fliegentieren.


Ich musste nicht einmal mehr aufstehen.


Ich musste nur warten, bis sie auf meinen Papieren Platz genommen hatten.

Gänse habe ich am Wochenende natürlich auch fotografiert.


Nun habe ich etwa hundert Bilder von aus dem Fokus flitzenden Gösseln.
Die wenigen scharfen Fotos zeige ich Euch ein andermal.

Euch allen noch einen schönen restlichen Montag.
Lieben Gruß
Katala

Freitag, 27. Mai 2016

Von der Wiese

Die Küche wirkte so leer ohne Blumen, als ich aus Amsterdam nach Hause kam, und alle Läden hatten geschlossen. Aber die Wiese hatte ein paar Margeriten und etwas Gras für mich.


Nur ein kleiner Strauß, aber wenigstens Blumen auf dem Tisch.


Sie sind inzwischen nicht mehr ganz frisch, aber ich schicke sie trotzdem zu Helgas Sammlung. Andere Blumen habe ich nämlich gerade nicht.


Aber ich habe Mischkas. Kennt Ihr Mischkas? Dieses russiche Konfekt?  Früher habe ich Mischkas geliebt. Inzwischen sind sie mir viel zu süß. Aber ich mag sie immer noch gern anschauen - sind sie doch noch immer so schön naiv-bunt, wie in meiner Kindheit.

Euch allen noch einen schönen Resttag und einen guten Start ins Wochenende
Ich fahre dann mal nach den Gänsen schauen
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 26. Mai 2016

Amsterdam



Vier Tage Amsterdam, das so voller Menschen war, wie ich es noch nie in einer Stadt gesehen habe. Und vor allem junges Volk aus aller Herren Länder.


Von den vielen Fahrrädern mal ganz abgesehen. Als ich im Vondelpark versuchte, den Radweg zu überqueren, war das schwieriger, als eine sechsspurige Autostraße in Berlin wähend der Rush Hour zu passieren. In Amsterdam wird man wahrscheinlich eher von einem Fahrrad überfahren als von einem Auto. Letztere sind da nicht so zahlreich.
Als Autofahrer hat man es in Amsterdam auch nicht leicht. Ich kann ein Lied davon singen. Ohne einen Taxifahrer hätte ich das Hotel trotz Navi niemals gefunden. Entweder stand ich vor Pollern oder es waren Einbahnstraßen oder die Straße war so schmal, dass das Auto gar nicht durchpasste. Nach Amsterdam mit dem Auto kostet Nerven. Vor allem, wenn man in der Innenstadt wohnen will, so wie wir. Doch unser Hotel hatte einen wunderbaren Service und der war sogar preiswerter als ein Parkhaus. Wir durften den Schlüssel abgeben und sahen das Auto erst wieder, als wir abreisten.  Welch ein Luxus. Weg war das lästige Teil. Und ich habe es keine Sekunde vermißt. Wenn wir nicht laufen wollten, nahmen wir die Straßenbahn. Wunderbar.
Doch meistens waren wir zu Fuß unterwegs, kreuz und quer durch die  Innenstadt, durch die schmalen Straßen mit den alten Häusern, von deren Schönheit wir jedoch wenig sahen, da sich unten Laden an Laden reiht mit all dem Glitter und den Reklameschildern, die dazugehören. Blieben wir stehen, um an den Häusern emporzuschauen - und dafür mussten wir den Kopf weit in den Nacken legen -, wurden wir entweder umgerannt oder es bildete sich hinter uns ein Stau. Nur entlang der Grachten hatten wir einen guten Blick auf die vielen verschiedenen, oft reich verzierten Giebel. Da hatten wir Platz, da konnten wir übers Wasser schauen. 



Da sahen wir auch, wie schief einige der alten Häuser inzwischen stehen, weil die Holzpfähle, auf denen sie gebaut wurden, um im feuchten, sandigen Untergrund überhaupt Halt zu finden, über die Jahrhunderte morsch wurden. In Amsterdam nennt man sie auch die tanzenden Häuser und das, finde ich, ist ein wunderschöner Begriff dafür.


Die meisten Häuser sind schmal, manche nicht breiter als ein Kleiderschrank, denn die Steuern für ein Haus an einer Gracht wurden früher nach Frontmetern bemessen. Also baute man vorne schmal und hoch und nach hinten lang.
Unser Hotel war auch ein kleines altes Haus. Wie die meisten etwa sechs Meter breit, drei Fenster/Zimmer nebeneinander und drei Etagen hoch. Ich wohnte ganz oben.
Beim Anblick der Treppen bekam ich einen Schweißausbruch. Eine so schmale und steile Treppe, deren letzte Stufen zudem auch noch um die Ecke führen, sich also wie bei einer Wendeltreppe nach innen auf zwei Zentimeter verjüngen, hatte ich in einem Wohnhaus noch nie gesehen. Größere Gepäckstücke -  schwierig und nur mit hoher Konzentration. Gegenverkehr - lebensgefährlich. Möbel - ganz und gar unmöglich.


Früher wurden alle großen Gegenstände über einen Flaschenzug nach oben und durchs Fenster gehievt. An den meisten Gebäuden sind die alten  Giebelbalken, an denen der Flaschenzug befestigt wird, noch vorhanden. Und sie werden auch nach wie vor benutzt. Wir haben zugesehen, wie Baumaterial über eben diesen Weg nach oben befördert wurde. Mit offenen Mündern standen wir da und staunten. Die Kamera baumelte über der Schulter und wurde wieder einmal, wie so oft in solchen Momenten, nicht benutzt.
Ja, mir fehlen hier Fotos, die den vielen Text illustrieren könnten. Ich hatte die Kamera zwar von morgens bis abends dabei, aber - das Übliche - es gibt trotzdem kaum Bilder.
Nun kann ich dieses Mal zu meiner Entschudigung anführen, dass wir nicht nur in Amsterdam waren, um die Stadt zu besichtigen. Der Hauptgrund war ein interkontinentales Familientreffen zu einem runden Geburtstag. Klingt gigantisch. War aber gar nicht so groß. Die meiste Zeit wurde natürlich gequatscht. Wenn man sich nicht so häufig sieht, gibt es viel zu erzählen. Wir haben uns zwar auch viel angeschaut in der Stadt und viel erlebt in den vier Tagen, doch das Fotografieren kam dabei meist zu kurz.


 Aber wenigstens ein Foto von einer Gracht habe ich gemacht...


...und eines von der meistfotografierten Sehenswürdigkeit Amsterdams, einer der wenigen noch erhaltenen Holzbrücken. Doch ich gestehe, hätten sich die Möwen nicht lauthals ums Futter gestritten und damit meine volle Aufmerksamkeit erregt, gäbe es kein Foto von der Mageren Brücke.

Wenn ich dann doch einmal ans Fotografieren dachte, waren die Lichtverhältnisse ziemlich bescheiden.
Den einen Abend fuhren wir mit der Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof, einem riesigen Bau. Gigantisch. Wir hofften auf ein ebenso gigantisches Innnere. Doch das war eher enttäuschend.


Da war keine Halle so hoch wie eine Kathedrale. Da war nur Bahnhof. Aber da war auch Musik und kein Gedudel vom Band, sondern wunderschöne Klaviermusik, live.


Auch etwas, das ich noch nie gesehen hatte: Ein Flügel in einer Bahnhofshalle, auf dem jeder spielen darf. Es hatte etwas Surreales und es war wunderschön. In diesem Moment tat es mir wieder einmal unendlich leid, dass ich nicht Klavier spielen kann. Könnte ich, hätte ich mich sofort neben den jungen Mann gesetzt und wir hätten eine Weile vierhändig spielen können. Wir hätten bestimmt Spaß gehabt.

Ach, Amsterdam war toll. Ich könnte jetzt hier noch endlos weitererzählen. Aber ich mache erst einmal Schluß.
Euch allen noch einen schönen Resttag
Lieben Gruß
Katala

Dienstag, 24. Mai 2016

Ein fauler Sonntag

Zurück aus Amsterdam wollte ich für Lottas Projekt "Bunt ist die Welt" alle Blumen fotografieren, die sich im Altenteil finden lassen.


 Doch es war heiß - gefühlte dreißig Grad im Schatten - und ich  war faul und müde.



Ich setzte mich in den Schatten und dort blieb ich, bis der Tag zu Ende war. Manchmal las ich ein paar Seiten.


Manchmal schaute ich den Gänsen zu. Die ersten Gössel sind vorige Woche geschlüpft. Sie wuseln über den Hof - der Weg zur Weide ist noch zu weit - und wenn man sich ihnen nähert, wird man angefaucht. Doch das darf man nicht persönlich nehmen. Mutter Gans faucht  alles an, was sich bewegt, selbst die Wäsche.
Eine Gans sitzt noch auf Eiern. Heute oder morgen müssten die anderen Küken schlüpfen. Mal sehen, wie es dann auf dem Hof zugeht.

Euch allen einen schönen Dienstag
Lieben Gruß
Katala

Sonntag, 15. Mai 2016

Frohe Pfingsten


Mit einem Blick über die Dächer von Schmalkalden muss ich mich für eine gute Woche verabschieden. Den Post über diese schöne, alte und geschichtsträchtige Stadt reiche ich nach.  Wenn ich wieder zurück bin.
Ich wünsche Euch allen erholsame Pfingsttage und einen guten Start in die kommende kurze Arbeitswoche.

Lieben Gruß und bis bald
Katala

Donnerstag, 12. Mai 2016

12 von 12 - Mai 2016

Beinahe hätte ich es vergessen. Heute ist ja der 12. des Monats. Der Tag der zwölf Bilder. 
Erst als ich am Computer saß und endlich die Fotos vom Wochenende herunterlud, fiel es mir ein.


So ist das erste Foto auch gar nicht von heute, sondern vom Samstag, aus dem Ahlsdorfer Park. Der Enkel hatte Jugendweihe. So groß ist er nun schon.

Dann ein wenig durch die Wohnung geputzt.


Den alten Flieder endlich entsorgt...


...und die gestern mitgebrachten Maiglöckchen auf den Küchentisch gestellt.


Den Vormittag damit verbracht, die längst überfällige Post zu erledigen.


Auch dieses schöne alte Buch vom Flohmarkt wurde verpackt. Der Sprachkurs für Ehrenamtliche kann die arabischen Texte bestimmt besser gebrauchen als ich.


Beim Tischaufräumen die Bastelrestschnipsel, die noch herumlagen,wild verklebt.


Kleine Zwischenmahlzeit am späten Mittag.


Dann schlechte Nachrichten. Der Gatte muss nun doch operiert werden.


Danach brauchte ich einen Kaffee und eine Kippe auf dem Balkon. Ja, ich rauche. Steinigt mich.


Am Nachmittag - wie alle anderen auch - einkaufen gefahren...


...und die Post zur Post getragen.


Auf dem Heimweg Regen. Aber nur ein paar Tropfen. Ich gehe dann mal jetzt den Garten gießen.

Was die anderen heute so getrieben haben, findet Ihr wie an jedem 12. des Monats bei Caro.

Euch einen schönen Abend
Lieben Gruß
Katala

Mittwoch, 11. Mai 2016

Kommt, gehen wir Tauben vergiften im Park


Nein, das machen wir natürlich nicht. Aber immer, wenn ich in einem Park ein paar Tauben sehe, habe ich das Lied des wunderbaren  Georg Kreisler im Ohr (KLICK).


Und bis aufs Taubenvergiften passt ja alles: Es ist Frühling, die Bäume sind grün und der Himmel ist blau - na ja, fast. Aber die Sonne ist warm und wir gehen in den Park...


...in den Park an der Ilm in Weimar.


Nun hatte ich ja schon mehrmals erwähnt, dass ich ein miserabler Stadtführer bin und hier bestätigt es sich ein weiteres Mal. Ich bin an fast allen Sehenswürdigkeiten vorbeispaziert.  Nicht einmal Fotos habe ich davon gemacht. Ich war viel zu begeistert vom Grün, von den blühenden Bäumen und Sträuchern, den unzähligen Butterblumen auf den Wiesen, vom Gezwitscher der vielen Vögel und vor allem von der Tatsache, dass es gerade einmal nicht schneite.  Ich habe es genossen, kreuz und quer durch den Park zu laufen, fast die ganzen gut anderthalb Kilometer vom Stadtschloß bis nach Oberweimar im Süden und wieder zurück. Ich habe von den kleinen Brücken in die llm gespuckt und das Gesicht in die Sonne gehalten.


Dass ausgerechnet diese Goetheverse meine Aufmerksamkeit erregten, lag wohl vor allem daran, dass sie einen riesigen Haufen Fragezeichen in meinem Hirn hinterließen. Soetwas macht mich hilflos. Ich verstehe nur Bahnhof.


Um mich wieder aufzubauen, brauchte ich erst einmal eine Bank und den beruhigenden Blick auf  ganz viel Löwenzahn. Kultur hatte sich für mich an diesem Nachmittag erledigt.


Selbst Goethes Gartenhaus ließ ich links liegen.  Ich machte mir nur so meine Gedanken darüber, dass justament in dem Jahr, als Goethe den Kaufvertrag für  Grundstück und Haus am östlichen Ilmhang unterschrieb, unter seinem maßgeblichen Einfluß auch die Gestaltung des Parks vor seiner Haustür begann.
Nun ja, ich hätte es wohl auch so gemacht.


Die Frage ist nur, ob ich es so gut hinbekommen hätte...


...denn der Park ist wunderschön.

Euch einen schönen Abend
Lieben Gruß
Katala