Montag, 14. März 2016

Mit Tinte und Feder



Vor Jahren fand ich auf dem Müll eine Kiste voller alter Papiere und Briefe, die ich natürlich mitnahm und - recht bald vergaß. Jahrelang stand sie hochoben auf einem Regal und staubte ein..

Dass sie mir plötzlich wieder in den Sinn kam, liegt an Gustav.  Manos Gustav.
Durch ihr Projekt "Gustavs Agenda"  fiel mir auch wieder ein, dass ich als  Schulkind  perfekt Sütterlin schreiben konnte. Nicht etwa, weil man es mich in der Schule gelehrt hatte, sondern weil es dort oftmals so langweilig war, dass ich jede Menge Zeit hatte, diese Schrift zu üben. Die Vorlage dafür hatte man mir dankenswerterweise hinten in die Formeltafel gedruckt.

Nun gehen einem ja Fertigkeiten, die man nicht nutzt, langsam verloren. Die meisten Großbuchstaben hatte ich völlig vergessen und auch mit einigen kleinen Buchstaben hatte ich Schwierigkeiten.  Es viel mir ungeheuer schwer, Gustavs Einträge in seinem Buch  zu entziffern.
Ich fand, dass sich das ändern muss.


Neulich hat es mich dann gepackt.


Tinte besitze ich sowieso, für meinen Füllfederhalter. 


Und da seit Ewigkeiten ein alter Federhalter zwischen meinen Stiften steckt, habe ich den auch gleich einmal ausprobiert. Manos Link folgend malte ich artig Wort für Wort ab.


Aber so richtig klappt es noch nicht.  Wo es eckig sein soll, ist es rund. Wo es gerade sein soll, ist es krakelig.


So gestochen scharf wie diese Schrift aus dem Spruchbuch einer 14jährigen aus dem Jahre 1908 wird meine Schrift nie werden - egal welches Alphabet ich schreibe.


Beim Aufräume der Schränke sind mir übrigens zwei Gegenstände in die Hände gefallen, deren Sinn ich erst jetzt richtig verstehe. 



Der Behälter  war für mich bisher nichts weiter als ein Aufbewahrungsgefäß für Federn und dieses U-förmige Teil darin empfand ich eher als störend. Inzwischen weiß ich, dass das ein Federzieher ist. Man drückt ihn über der Feder zusammen und klemmt sie damit fest. So kann man sie dann aus dem Halter ziehen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. 


Das "Unikum" funktioniert genaus so. Außerdem kann man die Feder damit auch noch putzen.
Zwei sehr nützliche Geräte also.

.
Damit ich sie immer gleich parat habe, kommen sie fortan  in die kleine Holzschale auf meinem Arbeitstisch, die mir die Kinder gedrechselt haben. Ich werde jetzt nämlich öfter mit Tinte und Feder schreiben. Das macht nicht nur Spaß, ich schreibe mit der Feder auch langsamer und somit (noch?) viel leserlicher.

Euch allen eine schöne Woche
Lieben Gruß
Katala

Verlinkt mit SCHWARZWEISSBLICK bei Frauke

Kommentare:

  1. Das sind ja coooooole Bilder, die ganze Ausstattung ist cool. Ja auf Dachböden kann man schöne Sachen finden. Die älteren Leute sagen dann meist, was will ich mit dem Krempel und du stellst dann fest, das Ding ist aus Silber und stammt aus dem Jahre sowieso ... grins. Ich bin auch eine große Finderin - ich finde auch, wenn ich gar nichts suche! Kompliment für die Geschichte und alles drumherum! LG Marion

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  2. ooo das ist ja toll ich habe früher diese Schrift auch nach geschrieben ich fand ein altes Kochbuch in dieser Schrift aber jetzt habe ich es wieder verlernt. Diese alten Sachen das macht dann noch viel mehr Spass damit die Schrift zu lernen. Tolles Hobby hast du da!
    Klasse gefunden von dir!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Ich habe Sütterlin von meiner Oma damals gelernt und mit etwas "einlesen" kann ich es heute noch lesen. Ich finde es schön, wenn man sowas noch kann. Und mit Tinte und Federhalter zu schreiben - genial. Ein schöner Post!
    Liebe Grüße, Jacqui

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  4. Hallo Katala,
    ich tu mich da sehr schwer das zu Lesen, Schreiben könnte ich wohl gar nicht. Aber es ist eine wunderschöne Schrift vor der ich immer sehr ehrfürchtig stehen bleibe.
    Wahrscheinlich ist es wie mit Altdeutsch auch, wenn man sich eine Weile damit beschäftig fällt es einem leichter. Für meine Kids ist beides unlesbar - eigentlich Schade!
    LG
    Manu

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  5. Ich hab das noch in der Schule gelernt, wahrscheinlich, damit wir die Briefe der Großeltern noch lesen konnten.
    Eigentlich sieht die Schrift sehr schön aus. Da steckt dann aber auch eine Menge Zeit und Übung dahinter.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Hallo Katala,
    meine Großmutter konnte das und mein Vater, der hat nur Sütterlin geschrieben. Ein Kollege von mir konnte das noch lesen und ich kanns ein bisschen auch. Vor allem deshalb, weil wir beim Amt immer die alten Revers lesen mußten. So hießen früher die alten öffentlich-rechtlichen Baulasten.

    Schreiben kann ich es nicht. Aber ein wenig lesen, nicht gut aber inzwischen bin ich auch nicht mehr in der Übung.

    Lieben Gruß Eva


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  7. herrlich diese Schrift mit Tinte & Feder *

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  8. ...das finde ich toll, liebe Katala,
    dass du dich wieder mit der alten Schrift beschäftigst...als Kind habe ich auch Bücher in der Schrift lesen können, an schreiben war und ist allerdings nicht zu denken...klasse, dass du die alten Geräte samt Zubehör noch hast...Feder und Halter habe ich auch noch, das andere kannte ich noch nicht,

    lieber Gruß
    Birgitt

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  9. ich bin ganz entzückt!! von den schweriner briefen, vom spruchbuch einer 14jährigen, von den federn, von unicom und dem holzschälchen - aber am meisten von deinen eigenen schriftproben! wie schön, dass du es versuchst und es sieht schon so toll aus - wie ich mich selbst schon überzeugen konnte! lesen kann ich inzwischen ganz gut, aber beim schreiben bin ich bisher ziemlich gescheitert bzw. da hat mich die geduld verlassen.
    vielleicht trau ich mich ja jetzt mal wieder!
    danke für diesen schönen post!
    liebe grüße, mano

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  10. Ein feiner Post ... Sütterlin... ich konnte es auch einmal schreiben und lesen, jetzt nur noch lesen.
    LG, Christa

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  11. Einigermaßen lesen kann ich Sütterlin auch, aber schreiben so gar nicht. Früher hatte ich eine tolle Handschrift, bis ich meinen ersten Freund kennengelernt habe. Der hat ganz toll in Druckbuchstaben geschrieben. Das gefiel mir so gut, dass ich das seitdem auch mache ... und keine Schreibschrift mehr kann. Ärgerlich. Aber als ich mein FotoBüro aufgeräumt habe, habe ich zumindest meinen Füller wieder rausgekramt. Und erinnerst mich jetzt wieder daran, dass ich ihn auch benutzen sollte.
    Dein Post ist richtig toll geworden, in Wort und Bild! Ein wunderschöner Dachbodenfund. So schön.

    Mir fiel die ungewohnte Anrede im Post von heute ganz schön schwer. Aber ich dachte mir, ich probiere das mal aus. Beim Bloggen ist es wie beim Sport, was das duzen angeht. Aber ich finde, bei allem, was wir uns so erzählen, ist das siezen eine Barriere, die es beim duzen nicht gibt. Ich finde es schön, dass du dich damit entgegen deiner alten Gewohnheiten angefreundet hast. So können wir uns viel unkomplizierter unterhalten ;-) Ich werde diese Woche mal beim du statt ihr bleiben, einfach mal probehalber. Obwohl du auf jeden Fall recht hast, ich schreibe ja nicht für dich, sondern für euch und mich.
    Fein, dass dir die Art der Präsentation von heute gefällt, merci! Und danke für's Verlinken deines schönen Bildes!

    Ich schick für morgen wieder Sonne mit den lieben Grüßen mit ... Frauke

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  12. Schöne Fotos, tolle Geschichte und dann auch noch informativ! Was will Frau mehr?
    GLG
    Astrud

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  13. Super tolles Posting !

    Liebe Grüße - Monika

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