Montag, 16. März 2015

Es ist vollbracht: DIY


 

Am Wochenende habe ich es endlich geschafft, die vor hundert Jahren angekündigte zweite Karte zu basteln. In der Woche hatte ich zu nichts Zeit, nicht einmal zum Bloggen.
Ja, so ist das mit dem Planen. Wie sagte Peter Ustinow doch so schön?
"Planung ist der Versuch, Zufall durch Irrtum zu ersetzen." 
Dieser Versuch zumindest ist mir perfekt gelungen.

Die Karte ist viel weniger perfekt. Auch wenn ich es dieses Mal ruhiger angegangen habe. Perfekt kann ich noch nicht. Perfekt muss ich noch üben.

Doch hier erst einmal die/der/das DIY:



1. Den Scan einer alten Postkarte aus dem Internet herunterladen. Je größer das Bild, desto besser, denn lieber verkleinern als vergrößern müssen.
Es gibt etliche Webseiten, von denen man kostenlos etwas herunterladen darf. Ich habe die Karte von hier.



2. Wenn man mag, kann man im Bildbearbeitungsprogramm schon einmal ein bisschen herumspielen. Ich habe dazu meine Vorlage vom ersten Versuch (klick) benutzt, habe sogar Farben dazu gemalt. Trotzdem sah es dann mit Stoffen ganz anders, um genau zu sein, wieder ziemlich scheußlich aus. Keine Ahnung wieso, was gezeichnet noch ganz putzig scheint, dann mit anderen Materialien nur doof aussieht.
Für das Arbeiten mit einer Vorlage fehlt mir entweder die Vorstellungskraft oder die Erfahrung oder beides. Wem es da ähnlich geht, der überspringe diesen Schritt, denn er ist frustrierend und zudem zeitraubend, und drucke die Karte gleich aus.


3. Weil Druckerpapier ja recht dünn ist, habe ich die Karte mit Sprühkleber auf Packpapier geklebt. Das gibt ihr Stabilität und hält sie trotzdem noch flexibel. Damit der überquellende Kleber nicht auf der Karte landet, habe ich einen Rand stehen lassen.
ACHTUNG: Viele Schichten Zeitung als Unterlage nehmen, am besten auch noch Plastik darunter, denn dieser Kleber saugt sich durch alles durch und hält für die Ewigkeit. Auch an Fingern.


4. Warten, bis der Kleber trocken ist. Bei mir hat sich die Karte durch den Kleber stark verfärbt. Bei Trocknen blasst es aber wieder aus. Bis die Karte halbwegs trocken ist, kann man alles zusammensuchen, was man so findet.
Ich fand: Stoffschnipsel,  Reste von Geschenkpapier, ein paar alte Buchseiten, Knöpfe, Ösen ohne Haken, Papierkordel, eine abgerissene Pappecke von altem Stopfgarn.
Das Schöne an so einer Karte ist, dass man wirklich so ziemlich alles, was klein genug ist, irgendwie darauf unterbringen kann. Der Phantasie und der Resteverwertung sind da wirklich keine Grenzen gesetzt. Und einen wohltönenden Namen hat das Ergebnis dann auch noch:
Mixed Media Card - trara.
Aber weiter nun, die Karte ist halbwegs trocken.


5. Bevor ich mit der Näherei anfing, habe ich alles auf der Karte angeordnet und mit Kleber fixiert. Die Profies machen das sicher schön Schritt für Schritt, alles nacheinander. Ich hatte Angst, dass ich das kein zweites Mal wieder so hinbekomme und habe gleich alles fixiert. Sinnvoller wäre es gewesen, erst die unterste Schicht, also die Stoffe, festzunähen und dann die nächste Schicht aufzutragen und so weiter. Aber, wie schon erwähnt, ich bin kein Bastelprofi und außerdem war der Tag um und das Bett rief. Weiter ging's erst am Sonntag.


6. Nähen und Sticken. Mit der Maschine geht das schnell und einfach, da ist kein großer Unterschied zu Stoff.
Von Hand auf Papier zu Nähen und zu Sticken braucht jedoch viel Zeit, also bei mir. Anders als bei Stoff kann ich die Nadel nicht gleichzeitig ein und wieder ausführen, weil das Material dann doch nicht flexibel genug ist. Jeder Stich wird also in zwei Handgriffe zerlegt. Außerdem kann ich durch die Pappe auch nicht fühlen, wo ich mit der Nadel herauskommen werde. Also muss ich jedes Loch, das ich von unten stechen will, von oben vorstechen. Falsche Stiche ergeben unschöne Löcher. Wenn Stoff über der Pappe ist, geht es noch. Verheerend ist es bei Papier.
Gestickte freundliche Grüße, so wie "Frohe Ostern" zum Beispiel, sollte man sich vorher überlegen, bevor der Stoff auf der Pappe festsitzt. Das spart sehr viel Zeit.


7. Den überstehenden Rand abschneiden und die unansehnliche Rückseite zukleben. Ich habe dafür schweren Bastelkarton genommen und mir eine Klappkarte zurechtgeschnitten. Geklebt habe ich hier mit einem ganz normalen Klebestick.


8. Verschenken.

Mag jemand diese Karte haben?

Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Liebe Katala,
    auch wenn ich Deine Bastelanleitung nur über flogen habe, (denn Sprühkleber, der für immer bleibt... da bin ich völlig ungeeignet zu ;o)) finde ich das Ergebnis total schön!
    Darf ich so unbescheiden sein und mir diese Karte wünschen???
    Vielleicht gibt es etwas, das ich Dir im Gegenzug schenken kann? Würde ich gerne machen :o)
    Ich sende Dir viele liebe Grüße, Elke

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  2. Die ist aber ganz wunderbar und aufwendig geworden...Warum hast du nicht bei der Aktion Frühlingspost mitgemacht? Da wäre dir sicherlich auch etwas Schönes dazu eingefallen...allerdings hättest du diese Karte dann 8x machen müssen...;-). LG Lotta.

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    1. Nun, Karte Nr. 1 wäre vielleicht etwas geworden, aber an den Karten 2 bis 8 wäre ich hoffnungslos gescheitert.

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  3. Perfekt unperfekt, so musses sein. Ist ja wahnsinnig viel Arbeit gewesen. Das Ergebnis ist wunderbar gelungen, aber für die Massenproduktion wohl eher nicht geeignet und das ist gerade schön, einzigartig eben.
    Mit Sprühkleber habe ich noch nie gearbeitet.
    Falls Elke noch einen Rückzieher macht....... :-)
    Liebe Grüße

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  4. Die Elke - tja, Botin in der Früh müsste man sein.. kicher!! Echt super schön geworden und wie liebevoll gemacht.. lächel!! Man sieht der Karte richtig das Herzeblut an. Herzlichst, Nicole

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  5. ...schön ist sie geworden, liebe Katala,
    deine Karte...und welch eine Mühe du dir damit gemacht hast...klasse,

    lieber Gruß Birgitt

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  6. Na! Das ist doch mal was viel schöneres als BÜGELN...
    Supersüß ist die Karte geworden.
    Aber in diesem Jahr gönne ich sie der Elke.
    Hier in dieser furchtbaren Bude wird es kein Ostern geben.
    Nix. Kein Ei, keine Karte....

    Vielleicht hast Du nächstes Jahr Lust noch eine Karte zu machen?
    Oder vielleicht zu Weihnachten?

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  7. Wie... nicht perfekt? Ganz ehrlich, für mich ist das mit Abstand die schönste
    Osterkarte die ich dieses Jahr auf einem Blog gesehen habe.
    So süße Details. Ganz wunderschön und mega aufwändig!

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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  8. Hallo Du Liebe,
    wieso sehe ich den Beitrag erst heute, ich war doch am Montag bereits hier??? Manchmal verstehe ich das Internet nicht so.
    Aber, die Karte ist super, einfach genial und wunderschön, da wird sich Jemand freuen! Und ich freu' mich über die Anleitung und bin froh, dass Du den Druck nun los bist, ich wollte keinen Stress verursachen!
    Und wieso fühlt sich die Karte so "gummihaft" an? Vielleicht durch den vielen Sprühkleber?
    Hach, so schön!
    Ich sende Dir ganz liebe Grüße
    Manu

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  9. Die ist ja einfach zuckersüß!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  10. Hallo Katala,
    heute habe ich Deine Karte in echt bei Elke gesehen!!! Ich muss sagen - wow....die ist ja wunderschön.
    Nun muss ich mir in Ruhe die Anleitung durchlesen. Danke für´s Zeigen!!

    Liebe Grüße

    Monika

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  11. Super geworden,ich mag die Kombination mit Papier und Stoff.
    Die Aufteilung ist gelungen!Richtig vintage!LGKatja die Buchbinderin

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