Montag, 29. September 2014

Tagesmutter für Gänse

Die Kinder waren tagsüber unterwegs und ich habe die Gänse gehütet. 


Natürlich auch die Hunde und die Katzen und die Hühner und den Hasen, der schon wieder zwischen den Blumentöpfen saß und an den Geranien herumnagte.


Also habe ich auch die Geranien gehütet.


Selbst die Tomaten habe ich gehütet, denn die Kücken sind auf den Geschmack gekommen.


Aber vor allem habe ich die Gänse gehüte, obwohl die mich eigentlich gar nicht brauchen. Eine riesige Wiese haben sie ganz für sich allein. Sie sind groß und kräftig und kein Raubtier wagt sich an sie heran. Nur nach dem Wasser muss man gelegentlich schauen. Trotzdem war ich wieder einmal die meiste Zeit bei ihnen, denn es macht Spaß, zwischen ihnen zu sitzen. Gäbe es den Beruf Gänseliesel - ich würde ihn sofort ergreifen.


Wenn man die Gänse tagsüber besucht, erheben sie sich ganz gemächlich. Strecken in aller Ruhe die Flügel. Abends geht das alles viel schneller und lauter, denn da wissen sie, dass ein Nachtmahl auf sie wartet.


Doch so mitten am Tage - nur keine Eile. Dafür ist es auch viel zu warm.


Die Kinder können die Gänse auseinanderhalten. Für mich sehen sie alle gleich aus. Gleichermaßen schön. Nun gut, zwei sind weiß. Die anderen sind grau. Aber ansonsten?


Wäre ich Gänseliesel von Beruf , könnte ich sie den ganzen Tag beobachten. Sie haben völlig verschiedene Charaktere. Manche sind vorsichtig. Andere sind Raufbolde. Doch wer ist wer? Ich sehe sie zu selten, um es mir zu merken.

 
Und wenn sie mir dann noch den Hintern zudrehen, ist sowie alles vorbei.

Für die Wasserwannen haben die Kinder Löcher gegraben. So kippen die Wannen nicht so schnell um. Ich habe das alte Wasser in eines dieser Löcher gegegossen und schwupps... 


...steckten alle Gänseköpfe in der erdigen Brühe. Modderpampen macht Spaß...


...vor allem, wenn man hinterher gleich ein Bad im frischen Wasser nehmen kann...


...das nach kurzer Zeit dann wieder so ausschaut. Doch das stört die Gänse nicht. Hauptsache es ist genügend Wasser da - egal ob schmutzig oder sauber.

Habt alle eine schöne kurze Woche. Am Freitag ist Feiertag. Trallala.

Lieben Gruß
Katala

Samstag, 27. September 2014

Freitagsblumen, verspätet

Eigentlich wollte ich ja gestern abend noch meine Blumen zu Helga schicken, wollte mich voher  nur einmal kurz ausruhen, zehn Minuten müde auf den Fernseher stieren...
Mitten in der Nacht bin ich mit lahmen Kreuz aufgewacht und nur noch in mein Bett geschlichen. 



Aber jetzt Blumen: Es sind die Blumen in meiner Schlafkammer im Altenteil. Zu Hause stehen noch immer die Astern von letzter Woche.


Diese wunderschönen Hortensienblüten fand ich auf dem verlassenen Grundstück, wo ich im Sommer schon Rosen klaute. Ich gestehe: Ich habe wieder geklaut. Riesige Büsche stehen dort. Man sieht nicht einmal, dass ich etwas abgeschnitten habe.



Die Blüten sind inzwischen längst eingetrocknet, denn sie stehen schon eine Weile. Macht aber nichts. Ich mag getrocknete Hortensienblüten.


Und ich mag diese Gänse, die ich vor Jahren mal bei 3-2-1-Meins gefunden habe. Sie sind fast so schön wie die echten.

Und zu denen muss ich jetzt ganz schnell hin. Ich bin wieder einmal als Gänseliesel im Einsatz. Man wartet schon auf mich. Manhat mich schon gerufen. Und Einkaufen muss ich auch noch. Ich bin wieder einmal in Eile.

Bitte seid nicht sauer, wenn ich es auch heute nicht schaffen werde, bei Euch vorbeizuschauen. Nächste Woche wird es ruhiger. Dann hole ich alles nach. Versprochen.


Habt alle ein schönes Wochenende.
Lieben Gruß
Katala

Samstag, 20. September 2014

Verlange niemand von mir Bescheidenheit

Bescheiden sein. Genügsam sein. Sich begnügen mit dem, was man hat. Sich in die Gegebenheiten fügen...

Was für eine Tugend...
So man sie brav befolgt, macht sie einen fast den Göttern gleich...
...oder verspricht ein besseres nächstes Leben...
...und wenn nichts anderes, so verheißt sie einem wenigstens Glück...

Und wer will das nicht? Ich will es auch, das Glück.
Aber durch Genügsamkeit?


Zu meinem und unser aller Glück waren nie alle Menschen genügsam und fügten sich in die Dinge, so wie sie waren. Wären sie ach so bescheiden  gewesen, säße ich nämlich heute noch in einer kalten Höhle auf hartem Stein und nicht auf einem weichen Sessel im Warmen.



Wären unsere Vorfahren stets tugendhaft gewesen, müsste ich mein Essen noch immer mit der Steinschleuder erlegen und könnten es bestenfalls auf einem Felsvorsprung anrichten. Kein schön gedeckter Tisch.

Doch machte mich das unglücklich? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber nicht, weil ich mich so brav in einer selbstauferlegten Genügsamkeit übte, sondern nur, weil meine Phantasie nicht ausreichte, einen Tisch zu erfinden.
Glücklich sein könnte ich auch ohne Tisch.



Glücklich sein kann man mit sehr wenig. So waren in einer  weltweiten Studie von 1998 zum Glückempfinden auch Bangladesch, Aserbaidschan, Nigeria, die Philippinen und Indien auf den ersten fünf Plätzen und nicht die hochentwickelten, reichen Industrieländer.  (Quelle: Wikipedia)


Menschen, so arm wie Kirchenmäuse, nannten sich glücklich.
Andere Kulturen. Andere Religionen. Sicher. Doch erzähle mir niemand, diese Menschen lebten freiwillig in solcher Armut, nur um ihr Seelenheil und ihr Glück nicht zu gefährden. Wohl kaum einer von ihnen würde angemessenen Wohnraum, ausreichend gesundes Nahrung und ein wenig Luxus ausschlagen, wenn man es ihnen denn zugestehen würde.



In anderen Studien, in denen die Gesundheit und die Teilhabe an Wohlstand und Bildung ausschlaggebende Kriterien für das Glücksempfinden sind,  da rangieren diese Länder dann auch ganz hinten. Kein Wohlstand: kein Glück. In diesen Studien nehmen die Nordeuropäer die ersten Plätze ein, ganz vorne Dänemark.

Ja, die glücklichen Dänen. Stets und ständig werden sie zitiert. Doch sind sie so bescheiden, so genügsam, so voller glücksverheißender Tugend?



Neben vielen anderen Studien gibt es den Happy Planet Index, eine Studie, die im Zusammenhang mit den glücklichen Dänen jedoch eher selten genannt wird, denn darin schneiden sie gar nicht gut ab (Quelle: Wikipedia).
Sind die Dänen da plötzlich weniger glücklich? Nein, keineswegs. Nur wird in dieser Studie  auch der "Ökologische Fußabdruck" erfasst und das ist - kurz gesagt - die Fläche auf der Erde, die pro Jahr notwendig ist, um Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen zu gewährleisten.Und je größer der ökologische Fußabdruck ist und je weiter er über die eigenen Landesgrenzen hinausreicht, desto weiter rutscht ein Land nach hinten. Dänemark im Jahre 2012 bis auf Platz 111. Das war ganz hinten. Und das klingt gar nicht nach Bescheidenheit und Genügsamkeit.

Deutschland schneidet in dieser Studie übrigens besser ab, Deutschland liegt auf Platz 46. 



Ja, ich weiß, all solche Studien haben ihre Schwächen. Keine Studie der Welt ist in der Lage, etwas vollständig zu erfassen, ganzheitlich abzubilden.
Und ich will hier den armen Dänen auch nicht vorwerfen, dass ihre vielgepriesene Glücksseligkeit offenbar einen Haken hat. Dänemark ist ein wunderschönes Land. Die Dänen sind nette Menschen und sie haben sich die Kriterien für diese Glücksstudie, in der sie seit Jahren ganz vorn rangieren, ja nicht selbst ausgedacht.

Doch Vorsicht mit der Forderung nach Bescheidenheit. Es ist immer so leicht, sich genügsam zu geben, wenn man alles hat und etliches darüber hinaus. Oft steht hinter dieser Forderung nichts anderes als das Bestreben, die Dinge so, wie sie gerade sind, möglichst zu belassen.


Was uns zur Ehre gereichte, wäre nicht mehr Bescheidenheit, sondern die ganz unbescheidene Forderung nach Achtung aller Menschen und aller Ressourcen auf dieser Erde gleichermaßen.



... das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf  Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben...

(Auszug aus Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen")


So, das musste mal raus. Nicht dass das alles wäre, was ich zu diesem Thema zu sagen hätte, aber an dieser Stelle ist Schluss für heute.

Habt alle einen guten Start ins Wochenende
Lieben Gruß
Katala

Freitag, 19. September 2014

Freitags-Astern

Im Moment stecke ich bis zum Hals in Arbeit. Kaum Zeit für die Bloggerwelt. Aber wenigstens ein paar Freitagsblumen für Helgas Sammlung sollen sein.


Ein Bund Astern schnell in einen Krug vom Flohmarkt gestellt.


Zum Glück habe ich die Fotos schon gestern gemacht.


Da schien nämlich noch die Sonne.


Heute regnet es hier.


Macht aber nichts. Vielleicht ist die Sonne ja nun bei Euch.



Allen einen schönen Restfreitag und einen guten Start ins Wochenende.

Lieben Gruß
Katala

Samstag, 13. September 2014

Vom Gewitter verfolgt....

...wurde ich letzten Samstag auf der Fahrt ins Altenteil.

Schon als ich im Wald war, hörte ich es in der Ferne grummeln.


Eigentlich hatte ich nur einmal schauen wollen, ob es immer noch so viele Pilze gibt.
Nein, ich schwöre, ich wollte keine sammeln. Aber als ich die erste Krause Glucke im Vorbeifahren sah, musste ich natürlich anhalten und sie mitnehmen. Die zweite und die dritte auch. Und wo ich nun schon einmal dabei war, konnte ich ja auch noch schauen, ob die Pfifferlinge schon nachgewachsen waren. Sie waren es. Und die Maronen ebenfalls.
Und, oh wie praktisch, ich hatte sogar einen Korb - kurz vorher auf einem Flohmarkt für das Tochterkind sehr preiswert erhandelt, weil unten mit Loch. Sollte ich den etwa leer abgeben?


Nein.

So, nun aber schnell weiter.


Vorbei an den Schafen.


Hinter den Büschen verläuft übrigens der Flämings-Skate


Vorbei an ganz vielen Dorfteichen. Dieser ist mein liebster.


Das Rot der Schneeballfrüchte hatte es mir angetan.



Ich gestehe, ich habe kurz überlegt, ob ich einen Zweig klaue. Habe ich aber nicht - so mitten im Dorf macht sich das nicht so gut. Die zwei Menschen, die vor ihren Türen werkelten, haben sowieso schon sehr kritisch geschaut, als ich um den Teich lief und Fotos machte. Keine Ahnung, wieviele hinter ihren Fenstern saßen und mich beobachteten.
Auf  Dörfern sehen immer alle alles. Und wer es nicht gesehen hat, dem wird es erzählt. Und wem es nicht erzählt wird, der gehört nicht dazu.

Aber weiter.


Vorbei an endlosen Feldern.


Vorbei an der Weide mit den weißen Kühen, die sommers wie winters draußen sind.


Vorbei an den abgeblühten Sonnenblumen...


...und an der Wiese mit den Heuballen.

Und dort hat mich das Gewitter eingeholt.


Langsam schoben sich die Wolken vor die Sonne. Ganz sacht. Kein Sturm. Keine wilden Blitze. Kein Wolkenbruch. Nur ein müdes Grummeln.


Und weil Katja, die Raumfee, samstags immer Himmelsbilder sammelt, schicke ich dieses nun zu ihr.

Habt alle einen schönen Restsamstag und einen geruhsamen Sonntag

Lieben Gruß
Katala

12von 12 September

Die Woche ist rum. Es ist Freitag. Der Monat ist auch rum. Schon wieder der 12. War doch gerade erst... 


Freitags gibt es Blumen für Helga. Also auch heute. Sie sind so mit das erste, das ich am Morgen sehe, denn sie stehen bei  uns im Schlafzimmer.

Ansonsten ist das, was ich sehe, nur wenig erfreulich. Der Tag ist grau. Ich fühle mich auch grau, griesegrau. Das passt dann ja.


Auf der Fahrt zur Arbeit  kann ich heute trödeln. Ich halte an einem meiner Lieblingsabwege. Ein Blick, den ich zu jeder Jahrezeit und bei jedem Wetter genießen kann. Ich mag diese windschiefen Bäume.

Als ich den Weg ein Stück entlanggehe, finde ich das:


Der ganze Feldrand ist voller Zwiebeln, abgekippt, tonnenweise, zum Verrotten.

Und etwas Seltsames:


Diese merkwürdigen Gebilde an einem Pappelzweig waren einst die Blattstiele. Irgendetwas wohnt in ihnen und hat diese wundersamen Formen entstehen lassen. Weiß jemand, was das ist?

Ein paar Kurven weiter sammeln sich die Kraniche. Als ich aus dem Auto aussteige, um zu fotografieren, fliegen sie weg. Kein brauchbares Foto.

Also erst einmal zur Arbeit.


Alles vorbereiten für die nächste Woche.
Ich mag heute nicht. Ich bin platt wie eine Flunder. Die letzten Tage waren heftig. Die nächsten werden auch nicht besser.
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die machen einen nicht einmal mehr wütend. Die machen einen nur müde. Der Kopf wird schwer wie Blei, Gedanken zähflüssig wie Lava. Man könnte meinen, es seien Dementoren unterwegs.
Ich bleibe nicht lange.

Auf dem Heimweg versuche ich noch einmal, die Kraniche zu fotografieren. Diesmal fahre ich mit dem Auto so dicht heran, wie ich kann.


Leider habe ich keine Tele mit.  Als ich versuche, näher an sie heranzukommen, fliegen sie wieder davon. Also, die weißen Kleckse da auf dem Bild, das sind Kraniche.

Der Feldweg, in den ich hineingefahren bin, ist schmal. Rechts und links stehen entweder Bäume oder es geht direkt abwärts. Zum Wenden keine Chance. Zum Rückwärtsfahren keine Lust. Was bleibt, ist weiter vorwärts. Bisher bin ich diesen Weg immer nur gelaufen und nie bis an sein Ende.  Der Weg wird immer schmaler. Doch dann kommt eine Kreuzung. Hier war ich noch nie.



Da muss ich doch mal schauen, wo der gepflasterte Wege hinführt.


Schon bald stehe ich auf einer Brücke über die Autobahn.


Ich habe noch nie auf einer Brücke über einer Autobahn gestanden und so hatte ich bis heute auch keine Ahnung davon, was für ein ohrenbetäubender Lärm dort herrscht.
Es gibt Tage, da ertrage ich keinen Lärm. Doch dieser Lärm war mir heute schön. Er übertönte das Dröhnen in meinem Kopf. Gleiches mit Gleichem bekämpfen. Für einen Moment war Stille und ich konnte herzhaft lachen. Fast war mir nach Tanzen. Irrsinn läßt sich halt nur mit Irrsinn begegnen.

Die anderen beiden Wege erkunde ich dann auch noch.


Wer mag wohl auf diesem Stuhl gesessen haben, der im Gebüsch steht?

Und am Rande des letzten Weges finde ich dann noch einen Schatz: eine frisch gefällte Eberesche, dankenswerterweise in handliche Stücke zerschnitten. Irgendjemand hat dieses wunderbare Holz mit anderen Gartenabfällen eine Böschung hinuntergekippt.


Alles, was ich tragen kann, schleife ich die Böschung wieder hinauf und hieve ich ins Auto. Leider kann ich nicht alle Stücke heben. Danach bin ich schweißgebadet und völlig verdreckt. Zum Glück trage ich heute nur Halb-Bürofein, waschmaschinentauglich.

Jetzt ist der Tag vorbei und eigentlich müsste ich ins Bett gehen. Aber ich kann noch nicht schlafen.


Eine Reihe werde ich noch stricken. Das macht mich immer ganz schnell müde. Darum fummele ich auch schon seit dem Frühjahr an diesem Teil, das irgendwann einmal eine Jacke werden soll.

Doch bevor ich zur Wolle gehe, schicke ich dies noch zu all den anderen "12 von 12" zu Caro.

Habt alle ein schönes Wochenende.
Lieben Gruß
Katala