Donnerstag, 14. August 2014

Einen Tag vertrödeln am Fluss

Faul waren wir am letzten Wochenende. Wir haben nur am Wasser gesessen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Sonntag an der Oder. Samstag an der Dahme, an meinem Lieblingsplatz dort, mitten im Wald.
 

 
Wir waren die ersten, die an diesem Samstag dort ankamen. Und wer als erster ankommt, darf den Platz für sich alleine haben. Hier an der Dahme wird das Alleinseinwollen von den anderen respektiert, denn wer sich hier einen Platz sucht, der sucht keine neuen Bekanntschaften und auch keine ausgedehnte Kommunikation, der sucht nur seine Ruhe. 
 
 
Viele Stellen, wo man bis an den Fluss kommt, gibt es hier nicht, und nur ganz wenige , wo man keine Gummistiefel braucht. Um so begehrter ist dieser Platz mit dem Hügel und dem kleinen klapprigen Steg.
 

Jahr für Jahr wird der Steg mit allen möglichen Holzresten immer wieder zusammengeflickt - mal von uns, mal von anderen. Sehr tragfähig ist er nicht mehr. Mich hat er noch gehalten.



Und so habe ich die meiste Zeit auf dem Steg gesessen und nichts getan.


Nur geschaut.



Libellen beobachtet.



Oder auch nur die sich in der Strömung wiegenden Halme.



Den Wind gespürt, der die Wasseroberfläche kräuselt...



...und das Licht tanzen lässt.



Einen Frosch entdeckt.  Seht Ihr ihn?


Ich habe es so gemacht wie er: Dagesessen und mich durch nichts stören lassen. Den ganzen Samstag lang.


Die nächsten Tage bin ich wieder einmal weg, offline.

Falls Ihr eine Auszeit braucht und einmal schauen wollt, wie andere das so machen, klickt hier.



http://flottelottablau.blogspot.de/2014/07/komm-lass-uns-eine-auszeit-nehmen.html

"Lotta liebt blau" hat eine ganze Auszeiten-Sammlung.

Ich wünsche allen eine schöne Restwoche, ein schönes Wochenende und einen guten Start in die nächste Woche.

Lieben Gruß
Katala

Mittwoch, 13. August 2014

12 von 12 August

Der Urlaub ist vorbei. Der Alltag hat mich wieder.


Also aufstehen. Frühstücken. Ein Stück Melone ist noch da. Obst zum Frühstück ist ein Muss bei mir.


Nächste Station: Die auf den Balkon verbannten Zimmerpflanzen gießen. Die Mandarine hat eine Frucht...


...und die Kamelie hat Blüten angesetzt. Noch ein wenig darüber gefreut und dann los.


Im Büro erst einmal Kaffee getrunken - tiefschwarz mit viel Zucker und Kaffeesahne, Kaffeebonbon halt.


Dann ein wenig über die Aufzeichnungen aus der letzten Dienstberatung gerätselt. Kryptisch. Sehr kryptisch. Keine Ahnung.


In der Pause ein bisschen Wolken geguckt.  War aber nicht sehr spannend heute.


Auf der Heimreise in den Feldweg mit den Kirschpflaumen abgebogen. Die Roten sind noch quietshsauer.


Die Gelben haben gerade die richtige Reife zum Einwecken. Da werde ich wohl nächste Woche welche holen müssen. Diese Woche schaffe ich es nicht mehr.


Und dann waren da noch fast Schwarze. Die hatte ich bisher noch nie wahrgenommen. Tief im Busch hingen sie und sahen aus, als seien's nur Schatten der Blätter. Die sind schon reif und zuckersüß.


Vom Markt hatten wir noch leckere, bunte Tomaten. Die gab's zum Abendbrot.


Und schöne Gartenhimbeeren habe ich auch noch auf dem Markt bekommen. Da konnte ich wenigstens ein bisschen Marmelade kochen. Meine Himbeeren haben nämlich die Vögel gefressen. Komplett.


So, nun warte ich nur ´noch auf den Klick. Ich liebe dieses Geräusch, wenn der der Unterdruck im Glas den Deckel nach innen klickt. Dann hat alles seine Ordnung. Dann kann die Marmelade bis zum Winter stehen.

Und während ich auf das Klicken warte, lade ich schon mal den Post hoch und verlinke ihn bei Caro, wo auch all die anderen 12 von 12 zu finden sind.

Allen eine gute Nacht und einen schönen Mittwoch.
Lieben Gruß
Katala

P.S.: Na, mal sehen, ob das heute noch klappt. Jetzt spinnt nämlich mein Internet. Mal will es und dann will es doch nicht. 

Montag, 11. August 2014

Ein Sonntag an der Oder


Gestern waren wir seit langem wieder einmal an der Oder und haben ein wenig die Seele baumeln lassen.


 Wir sind über den Deich gelaufen. Hier kann man auch wunderbar Fahrrad fahren.


Über die Wiesen mit den Altarmen.


Bis an den Fluss.


Und dort sind wir geblieben. Den ganzen Tag.


Da die Oder ein Paradies für Sportangler ist, hatten wir natürlich unser Angelzeug dabei. Der gute Gatte hat einen schönen Hecht gefangen. Der hat sich gerächt und ihn gebissen.


Ich habe nichts gefangen. Aber ich habe ein Mandala gelegt.


Nachdem ich all die schönen Mandalas in Euren Blogs gesehen habe...


...wollte ich das auch unbedingt einmal versuchen.


Und ich habe festgestellt: Das ist etwas, wonach man süchtig werden kann. Ich glaube, ich werde jetzt öfter montags bei Regulas Mandala-Sammlung dabeisein.


Geblieben sind wir bis zur Blauen Stunde...


... bis der dicke, fette Vollmond über den Bäume hing.

Habt alle eine schöne Woche.
Lieben Gruß
Katala

Freitag, 8. August 2014

Abends am See #2

Heut ist ein schöner Abend. Kommt, lasst uns an den See gehen. Wir schwimmen eine Runde und dann setzen wir uns ans Ufer unter die Weide, schauen in die Dämmerung und ich erzähle eine Geschichte. Nein, nicht die vom Seeungeheuer. Die erzähle ich erst im Herbst, wenn die Badesaison vorbei ist. Dann habt Ihr sie bis zum nächsten Sommer vergessen. Das ist besser. Schließlich will ich Euch nicht das Fürchten lehren. Heute erzähle ich von einem anderen Ungeheuer, einem unheimlichen Wesen aus den Tiefen der masurischen Wälder.



Es ist schon viele Jahre her. Den ganzen August wollten wir auf unserer Wiese in den Masuren bleiben. Schon im Jahr zuvor hatten wir unseren Sommerurlaub dort verbracht. Eigentlich hatten wir damals nach Augustow gewollt. Alle, die in die Masuren wollten, fuhren damals nach Augustow. Aber wir sind nie bis dorthin gekommen.



Wir waren mit dem Zug bis Warschau gefahren und den Rest der Strecke wollten wir trampen. Damals machte man das noch. Eigentlich war es die übliche Art, sich von A nach B zu bewegen, wenn man jung war und nicht viel Geld hatte. Und so saßen wir also irgendwo zwischen irgendwo und irgendwo in Polen an der Landstraße und warteten auf das nächste Gefährt. Es war schon später Nachmittag und wir waren noch nicht weit gekommen. Aber Zeit spielte damals keine Rolle. Es war auch unwichtig, wann wir ankommen würden. Es war nur wichtig, unterwegs zu sein. Und wo immer uns die Nacht überraschte, konnten wir unser winziges Zelt aufschlagen und auf den nächsten Tag hoffen. In der Nacht zuvor war es ein Truppenübungsplatz gewesen. Das merkten wir jedoch erst, als wir am nächsten Morgen die Panzer rollen hörten.



Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden, auch an jenem Tag die Masuren nicht mehr zu erreichen, als ein Lada, der an uns vorbeigefahren war, doch bremste, zu uns zurückrollte und neben mir zum Stehen kam. Der ältere Herr fragte mich etwas auf Polnisch. Als ich auf Deutsch antwortete, ich kann nämlich kein Polnisch, entgleisten ihm die Gesichtszüge. Ich sah es in seinen Augen: für einen kurzen Moment überlegte er, einfach weiterzufahren. Doch er tat es nicht. Wir durften einsteigen. Einige Zeit fuhren wir schweigend. Dann fragte er in perfektem Deutsch, woher wir kämen und was wir uns denn von Augustow erhofften. Als wir ihm erzählten, dass wir dort einen Flecken nur für uns suchten, tief in den Wäldern an einem einsamen See, bat er uns, ihm zu vertrauen und mit ihm zu kommen. Wir vertrauten Andrzej .



Es wurde dunkel und wir fuhren immer noch. Die Straßen wurden schlechter. Um uns herum war bald nur noch finsterer Wald. Nirgends mehr ein Dorf. Endlich hielten wir an einem einsam gelegenen Gehöft. Kein Fenster war erleuchtet. Leise stiegen wir eine steile, schmale Holzstiege hinauf in eine Dachkammer.  Dort gab es nur das Nötigste: Ein Tisch, zwei Stühle, ein Schrank, ein Bett, eine winzige Kochstelle. Das war sein Sommerdomizil. Von irgendwoher holte Andrzej zwei Feldbetten für uns. Ich konnte ewig nicht einschlafen. Unsere Betten standen dicht an dicht. Solche Enge war ich nicht mehr gewohnt. Und ein wenig unheimlich war mir auch.



Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster sah, blickte ich auf einen riesigen See. Doch Andrzej führte uns vom Gehöft weg, einen Bach entlang einige hundert Meter durch den Wald, weiter über eine kleine Wiese und noch ein paar Meter durch den Wald bis zu einem anderen See, klein und einsam. Ja, das war es, was wir gesucht hatten. Wir schlugen am Rande der Wiese unser Zelt auf , blieben, so lange wir konnten, und wussten schon bei der Abreise , dass wir den nächsten Sommerurlaub wieder dort verbringen würden.



Und nun waren wir wieder da. Schon seit fast zwei Wochen. Allein auf unserer einsamen Wiese mit dem kleinen einsamen See in der Nähe. Es war, als seien wir nie weggewesen. Unser winziges Zelt hatten wir an der gleichen Stelle wie im Vorjahr aufgeschlagen. Das Erdloch für die Lebensmittel hatten wir nur ein wenig ausbessern müssen. Selbst das Holz zum Abdecken war noch da, auf das wir, um es zu beschweren, wieder unser Campinggeschirr stellten. Und wieder brannte jeden Abend ein paar Meter vom Zelt entfernt unser Feuer bis in die Nacht, bis wir schlafen gingen.



Als ich an jenem Abend im Zelt lag, hörte ich plötzlich ein eigenartiges Geräusch, ein seltsames Schnaufen. Der gute Gatte lag still neben mir. Er schlief immer sofort ein. Ich lauschte in die Nacht. Das Schnaufen kam näher. Erst dachte ich, es sei ein Igel, denn die machen manchmal solch gruselige Geräusche. Doch dann hörte ich, wie etwas mit hohen Beinen über die Zeltleinen stieg. Ein Mensch konnte es nicht sein. Menschen klingen anders. Aber was war es, das um unser Zelt lief und daran schnüffelte? Mir stellten sich die Nackenhaare auf. Keinen Laut gab ich von mir, weil ich nicht wußte, was dann passieren würde. Wie erstarrt lag ich da und horchte auf die Geräusche hinter der dünnen Zeltwand. Mir schien es eine Ewigkeit. Dann hörte ich, wie sich das Etwas an unserem Geschirr zu schaffen machte, erst ganz vorsichtig, dann heftiger und dann fingen die Töpfe an zu klappern und es lief weg. In jener Nacht kam es nicht zurück. Irgendwann schlief ich ein.



Am Morgen fragte mich der gute Gatte, wie ich denn geschlafen hätte. Nun, sehr schnell stellte sich heraus, dass auch er alles gehört und genau wie ich nur still dagelegen hatte,  um weder den anderen noch das Untier zu erschrecken. Aber nun war es hell. Der Spuk war vorbei. Das Untier war weg. Alles schien wie immer. Wir sammelten Holz fürs Feuer und Pilze und Beeren fürs Abendessen. Doch als ich auf der Wiese saß und die Pilze putzte, spürte ich, dass ich aus der Tiefe des Waldes beobachtet wurde, dass das Untier jede meiner Bewegungen verfolgte und nur auf die Dunkelheit wartete. Der gute Gatte glaubte mir kein Wort. Trotzdem entzündeten wir schon am Nachmittag das Feuer, ich bestand darauf. Ich wusste, sowie es dunkel würden, käme das Untier zum Zelt. Ich spürte seine Nähe. Es war sehr nah.


Ich war schon in meinen Schlafsack gekrochen, als der gute Gatte das Feuer löschte. Er ulkte zwar noch herum,  rannte aber doch lieber die paar Meter bis zum Zelt, hechtete hinein und riss den Reißverschluss zu. Und da war es auch schon, dieses unheimliche Wesen. Wieder lief es ums Zelt und schnüffelte. Als es sich diesmal an den Töpfen zu schaffen machte, geriet der Turm, den wir aus unseren Blechnäpfen gebaut hatten, ins Wanken und fiel scheppernd in sich zusammen. Der Krach vertrieb es zwar wieder, doch ich wollte nur noch weg.


Am nächsten Morgen sind wir in aller Frühe abgereist. Nie wieder waren wir auf dieser Wiese. Und bis heute weiß ich nicht, was für ein Wesen dieses Untier war.
Hat vielleicht von Euch einer eine Idee?

Allen eine gute Nacht.
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 7. August 2014

Wir verkaufen uns’rer Oma ihr klein Häuschen…

Klingt heiter. Ist es aber nicht.



Zumindest nicht nur. 

Um genau zu sein: Eher selten.




Aber manchmal eben doch.





Nämlich dann, wenn eine Sperrmüllaktion in einem Wolkenbruch ersäuft.


Wenn man gerade noch rechtzeitig unter einen löchrigen Hänger hechtet.




Wenn es schon nach wenigen Minuten überall durchtropf und man darum ebensogut auch abladen kann.
Wenn man pitschnass bis auf die Haut ist.
Wenn man über eine Räuberleiter auf den Hänger klettert.
Wenn man mit leichter Hand riesige Schränke von der Ladefläche schubst.
Wenn es um einen herum spritzt und Holz laut krachend birst.
Wenn man nichts außer dem Regen und seiner eigenen Kraft spürt, einer Kraft, die unbegrenzt scheint.
Wenn man für wenige Minuten wie im Rausch lebt.


Dann hat man für den Rest des Tages die Heiterkeit gepachtet. Dann ficht einen kaum noch etwas an.


Dann freut es einen, dass die alte Bank nach Jahrzehnten im Garten nun auf einen Angelsteg umgezogen ist.

Allen einen schönen Donnerstag.
Lieben Gruß
Katala