Montag, 30. Juni 2014

Gartensonntag


Gestern bis zum Abend im Garten geschuftet und auf Regen gehofft. Kam aber keiner.


Eigenlich ist es gar kein richtiger Garten. Es sind nur ein paar Quadratmeter Beete auf einer Wiese.


Ein bisschen Gemüse, Erdbeeren, ein paar Blumen, viele Kräuter und der ewige Kampf gegen das Unkraut und die Maulwurfsgrillen. Mein Hauptfeind ist der Ackerschachtelhalm. Wenn jemand weiß, wie man den loswird, dann sei er doch bitte so nett und verrate mir den Trick.



Die gelben Blumen sind Färberkamille. Habe ich vom Schwiegersohn bekommen für den Fall, dass ich mal wieder Wolle färben will.


Sie wuchern gar mächtig, leuchten aber so schön. Ein bisschen Sonnengelb an einem sonst wolkenverhangenen Tag.


Ein paar Unkräuter/Beikräuter/Wildkräuter dürfen bei mir bleiben...


 ...bis sie groß genug sind, um in den Salat zu wandern.


Eine handvoll Erdbeeren fand ich auch noch. Viele sind es nicht mehr. Die kamen aber nicht mit in den Salat.


Nur die Blüten - Kapuzinerkresse und Ringelblume.

Allen einen gutenWochenstart
Lieben Gruß
Katala



Samstag, 28. Juni 2014

Urlaub




Lotta hat gefragt, was so unsere Urlaubsvorlieben sind und auch selbst aufgeschrieben, was sie mag und was sie nicht so mag..



Eigentlich könnte ich hier schreiben: Ich schließe mich im wesentlichen meiner Vorbloggerin an.


 Denn auch ich mag das Meer...


...lange Wanderungen an wilden, einsamen Stränden...



...seltsame Dinge entdecken...



...Anglern und Fischern zusehen...


 ... und Sonnenuntergänge.



Ich mag Kirchen....


 ....Burgen...


 ...und Ruinen.



Aber ich mag auch großen Städten...



...allen voran Paris...


 
...in Kaffees herumhängen und Leute beobachten...


...Straßenmusikern lauschen....


...Straßenkünstler bestaunen...



...und über alte Friedhöfe schlendern.

Bettenburgen und durchgeplante Reisen mag ich überhaupt nicht. Und ich hasse es zu fliegen - sehr zum Grame des guten Gatten. Zum einen, weil ich davon rasende Kopfschmerzen bekomme. Zum anderen mag ich nicht wie ein potentieller Attentäter behandelt werden. Ich weiß, es ist notwendig, aber ich muss es mir ja nicht antun. Afrika, Asien und Amerika werden also nicht mehr meine Urlaubsziele sein.

Was ich aber unbedingt einmal machen möchte: Die Ostsee umrunden. Bis Lettland sind wir schon einmal gekommen. Dann war der Urlaub zu Ende. Aber ich möchte weiter, durch Karelien, hoch nach Finnland. Einen ganzen Sommer immer am Meer entlang.
Und wenn das geschafft ist, dann die Westküste Europas entlang.

So und nun schicke ich diesen Post zu Lottas Urlaubsvorlieben im Bloggerland und zu Katjas Himmelsbildern.

Allen ein schönes Wochenende
Katala


Freitag, 27. Juni 2014

friday-flowerday und der Einbruch des Irrationalen

Eigentlich wollte ich einen dicken, fetten Strauß heute zu Helga schicken...



Ich hatte gestern zeitig Feierabend. Sogar der heimische Blumenladen war noch offen.  Aber dort gab's  - wie eigentlich immer - sehr wenig, das mir gefiel. Weiter ging's zum Feld. Dort wachsen Wicken und allerlei anderes feines Kraut.  Also bin ich den Feldweg entlanggeschlendert. Habe Blumen geschnitten, ein paar Fotos gemacht. Halt ausgiebig getrödelt.



Doch als ich die Blumen dann zu Hause in die Vase stellen wollte, kam kein Wasser aus der Leitung. Hektisch zum Nachbarn gerannt. Wasser? Ja, das ist die nächsten zwei Nächte abgestellt, war ein Zettel an der Bushaltestelle, da stand das drauf, immer von acht bis zwei.

Nett!  An der Bushaltestelle stand's. Ein Ort, an dem ich nie vorbeikomme. Und da bin ich sicher nicht die einzige hier am Ort.

Egal. Alles nicht schlimm. Ein Eimer Gießwasser stand noch auf dem Balkon. Wurden die Blumen erst einmal nur notversorgt. Und im Kocher war sogar noch genügend Wasser für einen Kaffee.


Dann der Morgen. Das Wasser lief wieder. Den Blumen ging es gut. Aber wo war mein Messer?

MEIN MESSER WAR WEG!

Es hätte in der rechten Gesäßtasche der Jeans sein müssen, doch dort war es nicht.

Ich habe überall in der Wohnung gesucht - KEIN MESSER.

Ich habe in der Handtasche gesucht - KEIN MESSER.

Ich habe im Auto gesucht - KEIN MESSER.

DAS MESSER VON MEINER GROSSMUTTER WAR WEG.

Meine Großmutter hatte in der Handtasche immer ein Messer.  Sie war eine Dame mit Hut und Handschuhen, aber nie ohne Messer unterwegs. Und sie hatte mehrere Messer, kleine feine Damenmesser, und so scharf, wie man sie heute kaum mehr bekommt.
Dieses, ein kleines Werbemesser, hatte ich ihr vor unendlich vielen Jahren abgeschwatzt und seither begleitete es mich. Und nun war es weg. Am liebsten hätte ich mich in eine Ecke gesetzt und Rotzblasen geheult.


Doch eben jene Großmutter hat mir auch beigebracht, dass Heulen in solchen Situationen gar nichts nützt. Es macht nur häßlich. Man soll lieber seinen Kopf bemühen.

Also habe ich mir den ganzen Tag lang das Hirn zermartert. Im Büro war ich unkonzentriert und vergnatzt. Das unerklärliche Verschwinden des Messers hat mir komplett den Tag verhagelt.
Eine Kollegin hat mit mir gemeinsam noch einmal das Auto abgesucht. Jeder von einer Seite. Dass wir dabei zu allem Überfluss mit den Köpfen zusammenstießen - darüber werden wir nicht reden.
Auf dem Heimweg bin ich noch einmal den Feldweg abgelaufen, obwohl ich inzwischen fast sicher war, dass es dort nicht sein konnte. Und dort war es auch nicht. 



Es war aus der Tasche gerutscht und hinter den Sessel gefallen, über den ich die Hose gehängt hatte.
Hätte ich heute früh gleich meinen Kopf bemüht statt Panik zu schieben, hätte ich darauf kommen können. Aber ich bin nicht daran gewöhnt, dass Dinge verschwinden. Für mich ist das der Einbruch des Irrationalen.



Nun ist das Messer wieder da und alles ist gut.

Nun ja, nur fast alles ist gut, denn der große Strauß für Helga ist immer noch nicht fertig.
Aber ich habe noch einen kleinen, nicht mehr ganz frisch, aber mit Liebe gepflückt.


Und der wandert nun zu all den anderen Freitagsblumen. Als mein Ersatzspieler sozusagen. Darf man doch in Fußballzeiten, oder?

Allen einen schönen Start ins Wochenende.
Lieben Gruß
Katala

Mittwoch, 25. Juni 2014

Rosen und Feuer


Vor etlichen Jahren las ich einen Artikel, in dem es hieß, dass Töchter früher oder später so würden wie ihre Mütter. Ob das den Töchtern nun gefalle oder nicht - es sei genetisch bedingt, denn Erbanlagen reichten bis hin zu Gestik und Tonfall, Vorlieben und Abneigungen.

 

Als ich das damals las, wollte mir das so gar nicht gefallen. Das konnte nur ein Irrtum sein. Doch je älter ich werde, desto mehr merke ich, da ist wohl doch etwas Wahres dran. Ich werde ihr immer ähnlicher.



Am Wochenende haben wir sie besucht. Die Blütenpracht in ihrem Garten hat mich fast erschlagen.
Wenn ich also sowieso immer mehr werde wie sie, so kann ich doch auch meine Rosensucht von nun an auf die Erbmasse schieben.


Wenn mir also demnächst ein schöner Rosenstock begegnet, kann ich ihn ohne schlechtes Gewissen kaufen. Und wenn der gute Gatte oder die Tochter das Gesicht verziehen, dann kann ich mich wunderbar mit meiner genetischen Veranlagung herausreden. Ich brauche halt Rosen. Man hat es mir so in die Wiege gelegt.


Es ist also gar nicht so schlimm, so zu werden, wie seine Mutter.

Aber ein bisschen hat man's ja auch in der Hand, man ist ja nicht nur Sklave seiner Gene. Das hoffe ich zumindest, denn meine Liebe zu züngelnden Flammen möchte ich mit den Jahren nicht verlieren müssen, nur weil meine Mutter kein Feuer mag.



Und weil sie es nicht mag, haben wir unser kleines Johannisfeuer im alten Waschzuber auch ohne sie gemacht, spät in der Nacht, nachdem wir den Gartenstall von allen alten Obstkisten und kaputten Spatenstielen befreit hatten.

 

Am nächsten Tag schien die Sonne und ich habe bestimmt noch einmal hundert Fotos von diesen  beiden "Leonardo da Vinci" gemacht.



Sie sind so schön, so üppig, so prall. Ich konnte mich an ihnen nicht sattsehen.



Doch keine Sorge, es folgt jetzt keine Bilderflut. Auch wenn es mir sehr schwerfiel, mich zu bescheiden.

 

Allen eine schöne Restwoche
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 19. Juni 2014

Abends am See

Wenn ich mir abends etwas Gutes gönnen will, dann gehe ich zum See.
Ewig kann ich dort sitzen, aufs Wasser schauen, die Wolken beobachten, den Vögeln lauschen und zusehen, wie es dunkel wird.
Wer mag, darf gerne mitkommen. Aber bitte auf festes Schuhwerk achten. Der Weg führt durchs Reich der Nacktschnecken. Und bitte auch eine warme Jacke mitnehmen. Am Wasser ist es jetzt schon kalt.


Die Sonne steht schon tief. Knapp schafft sie es noch über die Wipfel. Aber nicht mehr lange. Dann ist sie hinter den Bäumen verschwunden und alles wird in Orange getaucht.


Hier finde ich Ruhe. Ruhe in mir.
Aber still ist es hier nicht.
Im Schilf streiten laut die Enten.
Die Vögel singen durcheinander, lärmen herum wie die Kinder, wenn sie nicht schlafen wollen.
In der Ferne ruft ein Kuckuck. Dreiundzwanzigmal. Ist das gut? Da war doch was mit dem Kuckuck und dem Geld…


Ganz hinten kommt ein Haubentaucher. Er zieht im weiten Bogen vorbei.


Irgendwie schaut er komisch aus...
Meine Augen sind schon etwas müde.  Ich zoome ihn mit der Kamera heran.


Als er sich reckt und mit den Flügeln schlägt, purzeln drei Kücken von seinem Rücken. Lautes empörtes Gepiepse. Schnell wieder rauf auf Muttern. Oder ist's der Vater?
Bis ich mit der Kamera so weit bin, sind die Vogelkinder schon wieder unter den Flügeln verschwunden.


So ist das immer: Wenn etwas Spannendes passiert, vergesse ich zu knipsen. Dann bin ich nur noch mit Staunen beschäftigt. Der Rest des Hirns liegt lahm.

Noch tiefer sinkt die Sonne.


Überall plitscht und platscht es im Wasser. Die Fische toben herum. Schnappen nach Mücken. Spielen mit Blütenblättern, die der letzte Wind aufs Wasser hinausgetragen hat. Ganz staubig sieht der See aus.

Ein kleiner Fisch war  nicht schnell genug. Oder zu arglos.


Der Haubentaucher hat es nun sehr eilig. Die Familie wartet aufs Abendessen.


An einem warmen Sommerabend wäre ich jetzt auch im Wasser.
Vielleicht müsste ich wieder mit einem Seeungeheuer kämpfen, wie schon einmal...
Aber für diese Geschichte ist es  nun zu spät.



Die Vögel werden schon stiller. Der Himmel verliert sein Leuchten. Bald wird es ganz dunkel sein.



Wenn wir das nächste Mal hier sitzen, werde ich die Geschichte erzählen, die Geschichte vom Seeungeheuer und wie ich es besiegt habe.

Ich wünsche allen einen schönen Restabend, einen schönen Freitag und ein besonders feines Wochenende
Katala

Sonntag, 15. Juni 2014

Eine Kammer und zweierlei Sein #2

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da hat man Bretter vor dem Kopf. Oder eben nur noch Wände vor den Augen.


Als ich Pfingsten in meiner Kammer saß und so vor mich hindenkelte, sah ich eben nur noch diesen kleinen Raum und der Begriff "Salon" wollte mir so gar nicht mehr passen. Ich hatte all die schönen Wohnblogs vor Augen, auf denen man regelmäßig durch die Räume schreiten darf - fein geputzt und immer wundervoll dekoriert.


Nun dekoriere ich ja auch ganz gerne ein bisschen herum. Aber eben nur manchmal. Und auch nur ein bisschen. Und dann kann es auch passieren, dass das dann eine ganze Weile so bleibt - weil ich anderes zu tun habe, weil's mir halt immer noch so gefällt oder weil es mich gerade überhaupt nicht interessiert.



Mir wurde klar, dass ich eines ganz bestimmt nicht bin und auch niemals sein werde: Eine Wohnbloggerin, die stets Neues aus ihrer Kammer zu berichten hat.

Lag's nun an der Hitze oder am Alter  - weiter habe ich nicht gedacht. Alles Wissen futsch. Dass ein Salon ja auch noch etwas anderes sein kann, als ein Raum mit vier Wänden - vergessen. 



Nur noch Luft im Hirn, bis Lotta schrieb: "Warum willst du deinen Blog umbenennen...Salon kann doch auch für ein umfassenderes Thema stehen...Früher wurde sich in einem Salon getroffen...es wurden Gespräche über viele Themen ausgetauscht...es war ein Kommen und Gehen...;-)"

Da fiel's mir wie Schuppen von den Augen.

Natürlich! Wo steht, dass ein Salon nur so ein Ding mit vier Wänden ist?
War ich nicht in meiner Jugend eine glühende Verehrerin der Rahel Varnhagen von Ense?
Nun gut, das ist schon eine ganze  Weile her, aber es hätte mir ja einfallen können. Ist es aber nicht.

Und so gebührt der Lotta hier mein Dank.
Und auch all den anderen, die mir auf die Sprünge geholfen haben.

Die Sinnfindung ist hiermit also ganz offiziell abgeschlossen.


Der Blogname bleibt.

Die Betonung wird dabei auf "klein" liegen, denn ich werde mir nicht anmaßen, in die Fußstapfen all der großen und berühmten Salons treten zu wollen.
Ich werde nur ein bisschen hiervon und ein bisschen davon berichten. Mal aus dem Altenteil. Mal von Zuhause. Und manchmal auch von unterwegs.

So wird's gemacht.


Allen einen schönen Restsonntag
Katala