Samstag, 13. September 2014

12von 12 September

Die Woche ist rum. Es ist Freitag. Der Monat ist auch rum. Schon wieder der 12. War doch gerade erst... 


Freitags gibt es Blumen für Helga. Also auch heute. Sie sind so mit das erste, das ich am Morgen sehe, denn sie stehen bei  uns im Schlafzimmer.

Ansonsten ist das, was ich sehe, nur wenig erfreulich. Der Tag ist grau. Ich fühle mich auch grau, griesegrau. Das passt dann ja.


Auf der Fahrt zur Arbeit  kann ich heute trödeln. Ich halte an einem meiner Lieblingsabwege. Ein Blick, den ich zu jeder Jahrezeit und bei jedem Wetter genießen kann. Ich mag diese windschiefen Bäume.

Als ich den Weg ein Stück entlanggehe, finde ich das:


Der ganze Feldrand ist voller Zwiebeln, abgekippt, tonnenweise, zum Verrotten.

Und etwas Seltsames:


Diese merkwürdigen Gebilde an einem Pappelzweig waren einst die Blattstiele. Irgendetwas wohnt in ihnen und hat diese wundersamen Formen entstehen lassen. Weiß jemand, was das ist?

Ein paar Kurven weiter sammeln sich die Kraniche. Als ich aus dem Auto aussteige, um zu fotografieren, fliegen sie weg. Kein brauchbares Foto.

Also erst einmal zur Arbeit.


Alles vorbereiten für die nächste Woche.
Ich mag heute nicht. Ich bin platt wie eine Flunder. Die letzten Tage waren heftig. Die nächsten werden auch nicht besser.
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die machen einen nicht einmal mehr wütend. Die machen einen nur müde. Der Kopf wird schwer wie Blei, Gedanken zähflüssig wie Lava. Man könnte meinen, es seien Dementoren unterwegs.
Ich bleibe nicht lange.

Auf dem Heimweg versuche ich noch einmal, die Kraniche zu fotografieren. Diesmal fahre ich mit dem Auto so dicht heran, wie ich kann.


Leider habe ich keine Tele mit.  Als ich versuche, näher an sie heranzukommen, fliegen sie wieder davon. Also, die weißen Kleckse da auf dem Bild, das sind Kraniche.

Der Feldweg, in den ich hineingefahren bin, ist schmal. Rechts und links stehen entweder Bäume oder es geht direkt abwärts. Zum Wenden keine Chance. Zum Rückwärtsfahren keine Lust. Was bleibt, ist weiter vorwärts. Bisher bin ich diesen Weg immer nur gelaufen und nie bis an sein Ende.  Der Weg wird immer schmaler. Doch dann kommt eine Kreuzung. Hier war ich noch nie.



Da muss ich doch mal schauen, wo der gepflasterte Wege hinführt.


Schon bald stehe ich auf einer Brücke über die Autobahn.


Ich habe noch nie auf einer Brücke über einer Autobahn gestanden und so hatte ich bis heute auch keine Ahnung davon, was für ein ohrenbetäubender Lärm dort herrscht.
Es gibt Tage, da ertrage ich keinen Lärm. Doch dieser Lärm war mir heute schön. Er übertönte das Dröhnen in meinem Kopf. Gleiches mit Gleichem bekämpfen. Für einen Moment war Stille und ich konnte herzhaft lachen. Fast war mir nach Tanzen. Irrsinn läßt sich halt nur mit Irrsinn begegnen.

Die anderen beiden Wege erkunde ich dann auch noch.


Wer mag wohl auf diesem Stuhl gesessen haben, der im Gebüsch steht?

Und am Rande des letzten Weges finde ich dann noch einen Schatz: eine frisch gefällte Eberesche, dankenswerterweise in handliche Stücke zerschnitten. Irgendjemand hat dieses wunderbare Holz mit anderen Gartenabfällen eine Böschung hinuntergekippt.


Alles, was ich tragen kann, schleife ich die Böschung wieder hinauf und hieve ich ins Auto. Leider kann ich nicht alle Stücke heben. Danach bin ich schweißgebadet und völlig verdreckt. Zum Glück trage ich heute nur Halb-Bürofein, waschmaschinentauglich.

Jetzt ist der Tag vorbei und eigentlich müsste ich ins Bett gehen. Aber ich kann noch nicht schlafen.


Eine Reihe werde ich noch stricken. Das macht mich immer ganz schnell müde. Darum fummele ich auch schon seit dem Frühjahr an diesem Teil, das irgendwann einmal eine Jacke werden soll.

Doch bevor ich zur Wolle gehe, schicke ich dies noch zu all den anderen "12 von 12" zu Caro.

Habt alle ein schönes Wochenende.
Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Liebe Katala,
    Was ist denn bloß los?? Ich kann formlich Deine Hoffnungslosigkeit spüren..sorg!!
    Wahrscheinlich steht es mir noch nicht einmal zu das zu fragen, so wenig kennen wir uns. Aber das Wenige, das ich von Dir erlesen habe, mag ich sehr! Mir ist als seien neue Nachbarn eingezogen.. lächel!!
    Herzlichst, Nicole

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  2. Oh, dir ging es tatsächlich nicht gut!
    Deine Bilder wirken ganz trostlos.
    Und dein Text dazu erst recht!
    Da hilft bestimmt ein paar Reihen stricken. Das ist für mich immer wie meditieren. Das bringt mich gut auf den Boden.
    Ich hoffe dein Wochenende wird etwas schöner.
    Liebe Grüße,
    Andrea

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  3. Ach Katala...deine Stimmung kommt mir sehr bekannt vor...Manchmal läuft es für quer...manchmal muss man Entscheidungen treffen und scheut sich davor...Ich wünsche dir trotzdem ein schönes Wochenende! Deine Bilder gefallen mir sehr gut! LG Lotta.

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  4. ...das klingt nicht so gut, liebe Katala,
    vielleicht solltest du mal eine Auszeit nehmen und zu dir kommen und Kraft schöpfen? ja ich weiß, das geht nicht immer so einfach und spontan, aber dann wird dir dein Körper vielleicht irgendwann ein Stopzeichen geben...glaub mir, ich weiß, wovon ich schreibe...

    ich wünsche dir ein schönes und erholsames Wochenende und dass die neue Woche besser startet als die alte aufgehört hat,
    lieber Gruß Birgitt

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  5. Hallo Katala,
    manchmal gibt es Zeiten, da ist alles blöde und nichts scheint so zu sein wie man es gerne möchte. So ein Tag hast Du wohl gehabt. Aber es geht auch wieder aufwärts und das wünsche ich Dir ganz schnell.
    Kraniche kennen wir hier gar nicht, ich habe sie sich einmal im Norden sammeln gesehen und dann sind sie über uns hinweggezogen, das war sehr, sehr beeindruckend. Und immer wenn ich Bosses "Kraniche" höre, dann kann ich die Stimmung von damals wieder spüren. Vielleicht höre ich ihn deshalb gerade so gerne.
    Dein Foto mit dem Stuhl aus vergangenen Tagen ist wunderschön - was er wohl alles erlebt hat?
    Liebe Grüße zu Dir und einen schönen Sonntag
    Manu

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  6. Ist es wieder besser mit dir?
    Solche Tage sind nicht schön, gar nicht.
    Deine Bilder waren auch ganz mit dir und haben hoffentlich all das Schlechte des Tages oder der Tage mit sich genommen.
    Fühl' dich fest gedrückt und ich wünsch' dir eine bessere neue Woche, ganz fest!

    Liebe, liebe Grüße ... Frauke

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  7. Liebe Katala, ich hoffe, es geht dir wieder besser . Ich finde deinen Post ungewöhnlich und wunderschön und die Fotos sind klasse !!!
    Ganz herzliche Grüsse und...bis morgen ??? helga

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