Dienstag, 10. Juni 2014

Eine Kammer und zweierlei Sein

Als ich diesen Blog zu schreiben begann, war ich doch wirklich der Meinung, ich könnte mich auf eine Sache beschränken, auf meine schäbige kleine Kammer, könnte jahrein, jahraus davon berichten, was in diesen sechs Quadratmetern passiert, nannte die winzige Stube auch gleich mal eben Salon (natürlich mit Augenzwinkern, aber weiß das einer?) und habe mich damit völlig überschätzt.

 

Ich bewundere jeden, der es schafft, schön beim Thema zu bleiben, dem Motto seines Blogs zu folgen. Ich kann das nicht. 





Zu viele Dinge interessieren mich. Zu viel muss ich unbedingt ausprobieren.Und viel zu selten bin ich in dieser Kammer. Sie ist inzwischen der Raum, in dem ich die wenigste Zeit verbringe.  Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht mag. Im Gegenteil: Ich liebe sie heiß und innig.
Doch wenn ich am Wochenende im Altenteil bin, dann eher in der Werkstatt, auf dem Hof, bei den Hühnern, den Gänsen, auf den Wiesen, in den Wäldern, im Garten. Und wenn ich doch einmal in der Kammer sitze, dann meist um zu nähen.Und dann liegen überall Stoffschnipsel herum und es sieht aus, als hätte sich der Popelmann zerfetzt - auf keinen Fall fototauglich.



Natürlich mache ich trotzdem oft Fotos. Wenn etwas neu ist. Wenn ich etwas umgestellt habe. Manchmal einfach nur so, um mich in der Woche daran zu erfreuen. Und manchmal auch in der festen Absicht, die Bilder zu posten. Aber am Sonntag kommt die nächtliche Heimfahrt. Und dann kommt der Montag, an dem ich abends nur noch erschöpft ins Bett sinke.
In der Woche, Zuhause, passieren dann andere Dinge, über die ich auch gern berichten würde. Die haben aber nichts mit der Kammer zu tun. Und dann stecke ich in der Zwickmühle, frage mich, ob hier überhaupt noch einer durchsieht außer mir. Und bis ich mich entschieden habe, ob und was ich denn poste, ist eh schon wieder Freitag und alles beginnt von vorn.


Und weil das so ist und weil mich das nervt, habe ich beschlossen, diesen Blog umzubauen.

"Seid also herzlich willkommen auf diesem Blog, auf dem jener kleine Salon im Mittelpunkt stehen wird", gilt fortan nicht mehr. 




Vorübergehend muss es wohl heißen:
"Seid also herzlich willkommen auf einem Blog, dessen Autorin gerade in der Sinnfindung steckt."

Hört sich blöd an. Ist auch blöd. Ist aber gerade so.




So wie bei den Stoffen werde ich hier mal ein bisschen sortieren. Also nicht wundern, wenn sich in der nächsten Zeit das eine oder andere hier ändert.

Allen eine schöne kurze Woche.

Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Warum willst du deinen Blog umbenennen...Salon kann doch auch für ein umfassenderes Thema stehen...Früher wurde sich in einem Salon getroffen...es wurden Gespräche über viele Themen ausgetauscht...es war ein Kommen und Gehen...;-) LG Lotta.

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  2. Ich fand das gerade total interessant zu lesen, und ich freue mich, wenn wir bei der Sinnfindung dabei sein dürfen :o) Die Bilder sind so schön. Diese Würfelpuzzle hatte wohl früher jedes Kind. Eine schöne Erinnerung.
    Liebe Grüße in die kurze Woche, Elke

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  3. Liebe Katala,
    mir hat es hier immer sehr gut gefallen.
    Aber jetzt finde ich es auch spannend, bei der Sinnfindung
    dabei sein zu dürfen.
    Aber in einem Salon geht es auch recht munter zu. Es
    wird über 100 Themen diskutiert. War früher immer ein
    Mittelpunkt.
    Liebe Grüße schickt dir
    Irmi

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