Mittwoch, 30. April 2014

Lust auf Antike

In Rom war mir diese Lust erst einmal vergangen.
Colloseum = ANSTEHEN.
Forum Romanum = ANSTEHEN und immer schön in der Reihe bleiben.
Das sicherste Zeichen dafür, dass ich einen Ort nicht sonderlich mag, sind fehlende Fotos. Von Rom habe ich nur ganz wenige.
Aber dann entdeckten wir Ostia Antica, dieses riesige Ausgrabungsgelände, das man vom Stadtzentrum ganz einfach und in wenigen Minuten mit dem Vorortzug erreicht.
Und dort hatte der Fotoapparat dann mächtig zu tun.


Himmlisch war es dort. Kein Anstehen, kaum Menschen und keine vorgegebenen Wege. Nach Lust und Laune konnte man kreuz und quer das gesamte Gelände erkunden.



Eine scheinbar vergessene Welt. Überall die Spuren einstigen Lebens, einstigen Wohlstands.


Je weiter man sich vom Eingang entfernte, desto höher wuchs das Gras. Kein geschnittener Rasen mehr. Keine Wege. Nur noch Trampelpfade.


Und überall Kräuter. Pfefferminze, Thymian, Salbei. Fenchel. Zitronenmelisse mit Blättern so groß wie ein Handteller.


Und Feigenbäume. Leider waren die Früchte noch nicht reif. Und Lorbeerbäume. Wir haben uns ein paar Zweige geklaut und würzen noch heute damit.


Und neben Getreidepflanzen wieder eine Statue. Und Fresken. Und Mosaiken.

  

Einen ganzen Tag verbrachten wir zwischen den Ruinen. Der gute Gatte maulte schon, weil ich so gar nicht gehen wollte, von jedem Stein an die hundert Fotos schießen und jedes Kräutlein einzeln bewundern musste. Erst als es am späten Nachmittag zu nieseln begann, hatte ich Erbarmen mit ihm.


Schweren Herzen trabte ich hinter ihm her Richtung Ausgang. Viel lieber hätte ich noch ein wenig auf der frisch gemähten Wiese gesessen und den süßen Duft nach frischem Heu genossen. Aber frau hat ja ein Einsehen und will Mann nicht zu sehr quälen. 


Also ging es zurück in die Stadt und ins nächstgelegene Restaurant zu den obligatorischen Spaghetti alle vongole. Einmal am Tag mussten das sein.

Das war am 1. Mai vor einem Jahr. Wie gern würde ich auch morgen wieder dort auf den Wiesen sitzen, die Ruinen bestaunen und den würzigen Duft all der wilden Kräuter atmen. Und übermorgen auch. Eigentllich jeden Tag...  Irgendwann muss ich dort noch einmal hin.

Aber morgen werde ich mich erst einmal in meinen Garten begeben und mich den dort wuchernden heimischen Wildkräuter widmen.


Ich wünsche allen einen schönen Feiertag.

Gruß Katala

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