Donnerstag, 6. September 2012

Erntechaos



Wie schafft Ihr das nur? Was immer Ihr macht - Ihr habt schöne Fotos davon. Wir waren einfach nur froh, irgendwie Herr/Frau der Obstberge zu werden. Eimerweise Äpfel, Birnen, Pflaumen und natürlich nicht genügend Gläser. Und natürlich auch nicht genügend große Töpfe.
Was hätten wir darum gegeben, wenn der alte Waschkessel noch funktionierte. Ihr wisst, so ein Ding, wo man früher erst die große Wäsche und dann die kleinen Kinder darin schrubbte. Ich wurde einst noch in so einem Kessel gebadet. Nein, nicht im Waschwasser. Das Badewasser wurde selbstverständlich extra angeheizt. 
Ja, würde unser Kessel noch funktionieren, hätten wir alle Pflaumen auf einmal verkochen können. Nur hätten wir dann nicht gewußt wohin mit all dem Mus, es sei denn, wir wären nachts um die Häuser gezogen und hätten um Gläser gebettelt oder den Glascontainer geknackt, in der Hoffnung, dass unordentliche Mitbürger die Gläser mit Deckel hineinwerfen. Wäre beides bei Nachbars aber sicher nicht so toll angekommen. So haben wir uns also beschieden und für den Pflaumenmus nach altem Familienrezept den großen Gänsebräter genommen.
Da dieses Rezept wahrscheinlich sowieso jeder zehnte kennt, kann ich es ja auch veröffentlichen. Ist sowieso kein richtiges Rezept, eher eine Anleitung.
Das Wichtigste für diesen Pflaumenmus sind übrigens die Nüsse, grüne Walnüsse. Man braucht mindestens so ein rotes Sieb, wie oben auf dem Foto, übervoll - im ungeknackten Zustand. Und dann geht's los:
Erst einmal den Bräter mit Essig ausreiben. Das soll das Anbrennen verhindern. Dann entkernte, richtig reife Pflaumen bis an den Rand, Deckel drauf und ab in die Röhre. Erst einmal schön heiß, bis alle Pflaumen gar sind. Dann mit dem Pürierstab durch, geknackte Nüsse dazu und ohne Deckel auf kleinster Flamme (so etwa 150 Grad) einkochen lassen. Etwa alle halbe Stunde einmal umrühren und wenn das Mus die gewünschte Konsistenz hat (nach ca. fünf/sechs Stunden), in Gläser füllen. Fertig. Dann hat man das leckersten Pflaumenmus aller Zeiten.


Und wenn man beim Nüsseknacken die Handschuhe vergisst, hat man dann auch die dreckigsten Finger aller Zeiten. Und das für etliche Tage.


Da hilft kein Schrubben, kein Baden. Da hilft nicht einmal Kukident. Da muss man dann mit leben können. Grüne Nüsse färben nämlich waschecht. Aber da haben wir im allgemeinen Erntechaos nicht dran gedacht. 
Nun wünsche ich Euch einen schönen Tag und vergesst die Handschuhe nicht.
Ich drehe jetzt erst einmal eine Blogrunde. Keine Angst, ich hinterlasse keine Flecken auf Euren Seiten. Das färbt nicht ab. Ich hoffe nur, mich sieht keiner mit diesen pottigen Patschen.
Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Liebe Katala,
    erst einmal meinen Glückwunsch zu dieser reichen Ernte!!! Toll, wenn man das alles in seinem Garten hat! Naja gut, Deine Hände sind nun erstmal dreckig, aber dafür habt Ihr eben auch den leckersten Pflaumenmus aller Zeiten! Also wenn das nichts ist, dann weiß ich auch nicht!!! :-)

    Ganz liebe Grüße, Birgit

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  2. ja, das kenne ich auch noch von meiner Oma - die hatte auch noch so ein monstermäßigen Waschzuber in der Waschküche stehen! Und nein, auch ich bekam frisches Badewasser.
    Ich gehe auch gleich raus und werde Himbeeren und Pflaumen ernten - übrigens, das Foto finde ich sensationell schön - zeigt es doch eine ganz tolle Stimmung !
    Liebe Grüße
    Jacqui

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  3. Höhöhöhö - was für ein hübsche Geschichte! Ich sah Dich tatsächlich vor meinem geistigen Auge mit schwerem Werkzeug die GlasContainer aufschweißen... herrlich!!!

    Das foto von Eurer Ernte ist so traumhaft schön, das könntest Du als Postkarte drucken lassen. Ich würde Dir sofort meine Adresse schicken!

    Die nun wohl endgültige Farbe Eurer Hände finde ich nicht soooo schlimm. Wahrscheinlich habt Ihr nun immer gleich Appetit auf Pflaumenmus, wenn Ihr sie seht *kicher*

    Lieben Gruß, vany

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  4. Lecker!!!

    Warum wohnen wir nur soooooo weit auseinander? Ich wäre liebend gern Abnehmer deines Muses geworden...und habe auch noch Gläser... Grins

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    1. Liebe Nancy,
      wenn ich einmal in der Nähe von Ulm sein sollte, bringe ich Dir ein Glas Pflaumenmus mit. Versprochen.
      Lieben Gruß
      Katala

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