Montag, 27. August 2012

Mordgelüste

Unser Hahn war ja nie ein besonders sanftes Wesen. Er konnte noch nicht richtig krähen, aber einem ins Bein hacken, das konnte er schon.Wir haben sein schlechtes Benehmen mit allem möglichen entschuldigt,  aber nun ist Schluss.
Als ich gestern hinters Haus wollte, um nach den Obstbäumen zu sehen, hatte ich mir extra ein Stück Melone mitgenommen, um den Raufbold milde zu stimmen. Das schien auch erst zu klappen. Doch als ich schon fast fünf Meter von ihm entfernt war, wollte dieser häßliche, kleine Flugraptor doch tatsächlich versuchen, mich am Genick zu kriegen. Von hinten kam das feige Mistvieh angerannt und hob ab. Ich sah's zum Glück aus den Augenwinkeln und konnte ihm mit dem Sieb, das ich eigentlich fürs Fallobst mitgenommen hatte, in den Holunderbusch befördern. Das verbesserte seine Laune nicht eben. Noch zweimal versuchte er, mir an den Hals zu gehen. Noch zweimal musste ich ihn wie einen übergroßen Tennisball aus der Luft schlagen . Alles ging irrsinnig schnell. Dann standen wir uns gegenüber. Mir zitterten die Knie. Dieser  missratene Kreatur dröhnte hoffentlich der Schädel. Für einen kurzen Moment war Waffenruhe. Ich konnte  schnell das Obst und dazu noch einen Stock als Waffe für den Rückweg einsammeln. Den trat ich übrigens rückwärts an, um dieses hinterhältige Biest keine Sekunde aus den Augen zu lassen. 
Und selbst wenn das schwanzlosen Ungeheuer mal eben noch schnell  goldene Eier legte - sein Schicksal ist besiegelt.

Wie trällerte der Gute Gatte so nett:
Bald essen wir den Suppenhahn,
den gestern wir noch huppen sah'n.

So. Jetzt gehe ich ins Bett und träume von Hühnerbrühe.

Euch allen wünsche ich einen friedvollen Start in die Woche.

Lieben Gruß
Katala

Kommentare:

  1. Auja: Mord am Hahn! Was für ein Viech - ich bin begeistert von seiner Verschlagenheit.
    Der hat heute Nacht garantiert ein Ei von einer Henne legen lassen und es vergoldet, nur um dich zu verblüffen.
    Herrlich, lieben Gruß, vany

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    1. Ich hoffe doch sehr, dass seine Verschlagenheit nicht so weit reicht. Nachher werden wir schwach und lassen ihn am Leben und müssen dann immer mit Motorradhelm und heruntergelassenem Visir hinters Haus. Wer will das schon?
      Lieben Gruß
      Katala

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  2. Oh ja, das habe ich schon öfters gehört, dass ein Hahn schon sehr ungemütlich werden kann. Zumindest hat mir das eine Nachbarin so erzählt. Aber so braucht Ihr zumindest beim Verzehr nachher kein schlechtes Gewissen haben. Wer dreht ihm (dem Hahn) denn dann den Kopf um?
    Hab eine schöne Woche
    Jacqueline - wir hatten dieses Jahr übrigens nicht einen Pfirsich am Baum - hier war es zur Blüte schlicht zu kalt.

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    1. Keine Ahnung, wer das Vieh töten wird. Bisher hat noch keiner von uns ein Huhn geschlachtet. Wahrscheinlich wird's den Guten Gatten treffen. Der hat als Kind bei seiner Großmutter auf dem Hof zumindest oft genug gesehen, wie das geht, ist also der einzige mit "Erfahrung".

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  3. Meine Herren, das ist ja richtig abenteuerlich bei Euch!

    Aber den Gatten beneide ich um den Job wahrlich nicht...

    So long,
    Corinna

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  4. Moin, Katala,
    ich lach mir hier gerade schlapp:
    Ich sehe Euch vor mir, in voller Motoradkluft, mit Messern bewaffnet hinter dem verschlagenen Vieh herjagen.... Großartig!!!
    Lieben Gruß, vany

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    1. Denk Dir statt des Messers einen dicken Knüppel und ein Beil und Du bist wahrscheinlich ziemlich nah an der Realität. Aber bisher hatte noch keiner den Mumm dazu.
      Lieben Gruß
      Katala

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  5. Ich habe mich gerade sowas von beeumelt - super geschrieben!
    LG, Appelgretchen

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