Dienstag, 31. Juli 2012

8 Fragen zum Thema Wohnen



Als ich heute vormittag den Post von Princessgreeneye las, war ich sowohl überrascht als auch über die Maßen geschmeichelt, dass ich gebeten wurde, die acht Fragen zum Thema Wohnen zu beantworten. 




Und los geht's: 

1. WIE ALLES BEGANN

Als Kind hatte ich ein Sommerspielzimmer auf dem Boden. Es war ein kleiner Verschlag aus Kistenbrettern zusammengenagelt. Das war mein Prinzessinengemach. In alte, viel zu große Kleider gehüllt, lebte ich dort meine Kleinmädchenträume. Das passende "Interieur" kramte ich mir aus Boden und Keller zusammen. Ich durchstöberte jeden Winkel wieder und wieder und schleppte immer neues altes Zeug in diese Kammer. Einen alten Sessel, der mein Thron wurde. Einen alten Spiegel, um mich ausgiebig bewundern zu können. Altes Geschirr, um Freundinnen angemessen bewirten zu können. Und keine Ahnung, was noch alles. Irgendwann war ich diesem Prinzessinnenspiel entwachsen. Aber der Hang, mich mit alten Dingen zu umgeben, hat sich bis heute hartnäckig erhalten. Zum Ärger des Guten Gatten auch der Hang, alles Weggeworfene, das man ja noch immer auf  Spaziergängen durch Wald und Flur oder auch an Straßenrändern am Tage vor der Sperrmüllaktion findet, auf seine Weiterverwertbarkeit zu überprüfen. (Ich weiss gar nicht, was er hat. So bin ich schon zu den schönsten Dingen gekommen.) Und wahrscheinlich auch der Hang zu kleinen Kammern.




2. LIEBLINGSDEKO

Das mag zwar mitten im Sommer recht schräg klingen, aber meine Lieblingsdeko ist Weihnachtsdeko, weil man da jede Ecke verwandeln darf, ohne dass einer mault. Es ist ja Weihnachten und da ist das halt so. Ansonsten Blumen, Blumen und nochmals Blumen. Die kommen in alles, was Wasser hält. Und ich mag es, Dinge zu entfremden, sie entgegen ihrer ursprünglichen Funktion zu verwenden. Und ich mag das Zusammenspiel von edlen und "unedlen" Materialien.  


3. FARBSPIEL

In den letzten Jahren mag ich fast nur noch Weiß, alle Holztöne und manchmal ein wenig pastelliges Grün. Kräftige Farben mag ich eher nicht. Höchstens als Farbklecks dazwischen. Außer zu Weihnachten natürlich. Da darf's knallen. Da ist mir manches Jahr auch nach ganz viel Rot und ganz viel Gold.




4. DEKOIDEEN FÜR ANDERE

Ich bin nicht sicher, ob ich für andere Menschen Räume wirklich so dekorieren könnte, dass sie ihnen entsprechen. Die Dinge, die einen umgeben, sind doch etwas sehr Persönliches. Und dabei spielt ja nicht nur eine Rolle, was einen umgibt, sondern auch wie es zusammengestellt ist. Manches mag da gar keinem Stil entsprechen, sondern nur dem eigenen Empfinden. Mache Dinge stehen halt zusammen - auch wenn es einen Innenarchitekten gruseln mag - weil sie zusammengehören, weil sie nur so zusammen einen Sinn ergeben, den man vielleicht nur als einziger versteht, eine Schönheit ausstrahlen, die man vielleicht auch nur als einziger erkennt.


5. KOMPLIMENTE

Verwirren mich. "Kann man nicht meckern", ist das Maß, das ich verkrafte.  





6. DIE LANDHAUSKÜCHE 

Um ehrlich zu sein: Ich habe mir um diesen Begriff noch nie Gedanken gemacht und musste erst einmal googlen, wie eine Landhausküche überhaupt aussieht. Ich würde meine Küche eher eine Wohnküche nennen. In einer solchen Küche bin ich groß geworden. Es war der größte Raum im Haus, in dem sich fast alles abspielte. Und das hat mich geprägt. In all meinen Küchen gab und gibt es bisher fast nur alte Möbel und in der Mitte einen großen Tisch, um den sich alle versammeln können. Eine moderne Einbauküche hätten wir uns in unserer ersten Wohnung auch gar nicht leisten können. Da mussten die alten Schränke vom Spermüll reichen. Und da damals massenhaft alte Möbel entsorgt wurden, konnten wir uns die schönsten aussuchen. Die ziehen nun immer mit. Eine Wohnung mit einer modernen Küche würde ich inzwischen auch gar nicht mehr wollen. Da hätte ja die Schränke dann gar keinen Platz.





7. TAPETEN

Ich liebe Tapeten. Tapeten mit Streifen. Tapeten mit großen Blumen. Tapeten mit kleinen Blümchen. Tapeten in Pastelltönen. Tapeten in schrillen Farben. Kaum ein Baumarktbesuch ohne einen Umweg zum Tapetenregal. Wenn die wirklich schönen Tapeten nicht so teuer wären und ich mehr Platz hätte, würde ich sie sammeln. Aber an meine Wände kommen sie nicht.





8. WOHNSÜNDEN

Tja, was sind Wohnsünden? Erst einmal fällt mir dazu nicht viel ein.
Vielleicht Gedankenlosigkeit beim Dekorieren? 
Als ich irgendwann einmal so durch die Blogwelt wanderte, stieß ich auf ein Foto mit einem sehr stimmigen Arrangement. Alle Welt verdekorierte damals kleine alte Kinderschuhe und auch auf diesem Bild waren sie zu finden. In einem großen Glas waren sie übereinandergehäuft, bestimmt vier, fünf Paar. Eigentlich war das alles im wahrsten Sinne des Wortes shabby chic. Doch mir stellten sich die Nackenhaare zu Berge, denn meine Assoziation war Auschwitz. 
Doch kann ich einer anderen Person für meine Assoziationen Vorwürfe machen? Sollte ich nicht eher sagen: Wohl dem, dem sich dieser riesige Haufen kleiner Schuhe nicht für immer und ewig ins Gedächtnis gebrannt hat, und der nur stolz seine - fürwahr beachtliche - Sammlung alter Kinderschuhe zeigen möchte? Schließlich habe ich ja auch keine Ahnung, was ich mit meinen Bildern bei anderen womöglich auslöse...
Was also sind Wohnsünden? Die Dinge die man selbst nicht oder nicht mehr tun würde? Aber was man lässt, ist auch nicht als Sünde zu verbuchen. Oder doch?
Ich glaube, jetzt weiß ich, was eine Wohnsünde ist: Nicht so zu wohnen, wie man es eigentlich gerne möchte. Und sei es auch nur im Rahmen seiner Mittel und Möglichkeiten. Ein kleines Stadtschloß, einen weitläufigen Landsitz und dazu noch ein abgelegenes Feriendomizil am Meer hätten wir alle gern. Aber wer hat schon reelle Aussichten, jemals dazu zu kommen. Immer nur davon zu träumen macht nicht wirklich glücklich.



Noch einmal meinen ganz lieben Dank an Jaqueline, dass sie mich mit ausgewählt hat.

Und nun kommt der schwierigste Part für mich, nämlich selbst fünf Bloggerinnen zu bennen, wo ich nicht einmal sicher bin, ob diejenigen, deren Blogs ich lese, hier überhaupt vorbeischauen. 

P. Anna  - Für zehn Pfennig Esspapier
Andrella - andrella liebt herzen
Wiebke   - lilleweiss
Mina       - Villa Vanilla
Elke         - Weißer Vintagezauber


Also, sollte eine von Euch das lesen und Lust haben, die acht Fragen zu beantworten - es würde mich freuen.


1 Kommentar:

  1. oh... hier hast Du keinen Kommentar? Zu diesem wunderschönen Post?? Der ist so toll. Die Worte gingen mir teilweise wirklich nah. Und von Princessgreeneye ausgewählt worden zu sein, das ist schon eine Ehre.
    Liebe Grüße, Elke
    (Hat doch geklappt, das Eintragen)

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